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Über eine Videokonferenz kommen sich Reuchlin-Preisträgerin Barabara Stollberg-Rilinger (oben) und die Schüler des Reuchlin-Gymnasiums (unten) in den PZ-Räumlichkeiten in Pforzheim näher. Foto: Ketterl
Über eine Videokonferenz kommen sich Reuchlin-Preisträgerin Barabara Stollberg-Rilinger (oben) und die Schüler des Reuchlin-Gymnasiums (unten) in den PZ-Räumlichkeiten in Pforzheim näher. Foto: Ketterl
Aufmerksam verfolgen die Elftklässler des Reuchlin-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Kathrin Schlittenhardt und dem Schulleiter Kai Adam (hinten links) die Konferenz. Foto: Ketterl
Aufmerksam verfolgen die Elftklässler des Reuchlin-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Kathrin Schlittenhardt und dem Schulleiter Kai Adam (hinten links) die Konferenz. Foto: Ketterl
12.10.2018

Zeitreise auf Reuchlin-Art: Videokonferenz zwischen Schülern und Preisträgern

Pforzheim. Klar: Dass sich die 18 Reuchlin-Gymnasiasten auf eine Zeitreise ins 18. Jahrhunderts begeben würden, wenn sie die diesjährige Reuchlin-Preisträgerin zum Gespräch bitten, war zu erwarten. Doch die Videokonferenz mit der Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger wurde zu mehr: zu einem Plädoyer der 62-Jährigen für gleiche Pflichten in der Kindererziehung.

Für mehr Verständnis in einer auseinanderdriftenden Gesellschaft. Und auch für Pforzheim – die Stadt, von der die Wissenschaftlerin mit dem Reuchlin-Preis ausgezeichnet wird.

Diese, verriet Stollberg-Rilinger den Elftklässlern, habe sie in ihrer Kindheit „aber zunächst nicht als Reuchlin-, sondern als Schmuck- und Uhrenstadt kennengelernt“. Auch von ihrem ersten Berufswunsch – Deutschlehrerin statt Historikerin – berichtete die Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin. In dem von den Schülern geführten Gespräch gab sie Persönliches preis. Etwa, dass mit jeder Sprosse, die sie auf der Karriereleiter erklomm, der Frauenanteil geringer wurde. „In der Regel ist es aber nicht so, dass Frauen aktiv von Männern herausgedrängt werden“, so Stollberg-Rilinger. Sie sieht stattdessen ein Problem der gesamten Gesellschaft: Paare, bei denen einer immer zurücksteckt. Aber auch Arbeitgeber, die Eltern zu wenig entgegenkommen. An einen Fall von Sexismus – ohne diesen so zu bezeichnen – erinnerte aber auch sie sich: „Ein älterer Kollege sagte nach meiner Promotion, dass es jetzt aber auch mal genug sei – für eine Frau sei es nun an der Zeit, zu Hause für Familie und Kinder zu sorgen.“

Reuchlin-Schüler interviewen die Reuchlin-Preisträgerin

Die Videokonferenz hatten drei Akteure auf die Beine gestellt: erstens das Reuchlin-Gymnasium um Geschichtslehrerin Kathrin Schlittenhardt. Zweitens die PZ, die die Konferenz in den Verlagsräumen technisch organisierte und über viele Kanäle begleitete – darunter der Foto- und Videodienst Snapchat, über den erstmals Tausende Zwölf- bis 25-Jährige vom Reuchlin-Preis erfuhren. Drittens das Kulturamt als Organisator des mit 10.000 Euro dotierten Preises. Auszüge aus der Konferenz sollen bei der Verleihung am 20. Oktober gezeigt werden.

Mehr lesen Sie am Samstag, 13 Oktober, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.