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Zu dem Unfall auf der A8 sind jetzt neue Details bekannt geworden © Ketterl
22.07.2015

Zeuge gefunden: Unfall auf der A8 ist weitestgehend geklärt

Der Aufprall ist so stark, dass der Range-Rover sich mehrmals überschlägt und über die A8 fliegt. Am Ende sind alle drei Insassen schwer verletzt – und das 16 Monate alte Kleinkind auf der Rückbank stirbt trotz aller Anstrengung der Ärzte im Krankenhaus. Wie es zu diesem Unfall an der Ausfahrt Pforzheim-Nord genau kommen konnte, gab tagelang Anlass zu Spekulationen. Nun hat sich ein Zeuge gefunden, der erstmals Aufschluss über den genauen Unfallhergang gibt.

Beinahe eine Woche ist es her: Am vergangenen Donnerstag um 16.35 ereignet sich ein tragischer Unfall an der Autobahn-Ausfahrt Pforzheim-Nord. Ein 31-jähriger Range-Rover-Fahrer wechselt von der mittleren auf die linke Fahrspur. Dort prallt ein schnell heranfahrender Mercedes Benz AMG trotz Vollbremsung auf den Geländewagen. Der Range-Rover fliegt durch die Wucht des Zusammenstoßes über die Autobahn, überschlägt sich mehrmals, walzt über die Leitplanke und bleibt auf der Böschung liegen. Ein 16 Monate altes Kind musste reanimiert werden, stirbt aber kurz darauf im Krankenhaus an den Unfallfolgen. Das sind die traurigen Tatsachen.

Bildergalerie: Überholfehler? Kleinkind stirbt nach Unfall auf A8

Unklar war aber bisher der genaue Unfallhergang: Warum fuhr der Mercedes auf den Range-Rover auf? Hatte dieser vergessen, den Blinker zu setzen oder wechselte er ganz plötzlich die Fahrbahn? Oder war es der Mercedes, der den Range-Rover aus Nachlässigkeit nicht beachtete? Nun ist ein wichtiges Detail zum Unfallhergang bekannt geworden: Der Range-Rover konnte seinen Abbiegvorgang vollständig abschließen.

Erst als er vom Mittel- auf den Linksstreifen gewechselt war, fuhr der Mercedes mit hoher Geschwindigkeit auf – und traf den Range-Rover so stark, dass sich die verhängsnivolle Kettenreaktion in Gang setzte. Bekannt geworden ist dieses Detail dank eines Zeugen, der sich auf den Aufruf der Polizei gemeldet und so der Aufklärung auf die Sprünge geholfen hat. "Der Unfallhergang ist weitestgehend geklärt", verkündet die Karlsruher Polizeit auf ihrer Twitter-Seite. Noch will sich die Polizei nicht konkret dazu äußern, wie nahe am Mercedes der Range Rover auf die Überholspur gewechselt war. Auch die exakt gefahrenen Geschwindigkeiten werden wohl nie zu erfahren sein. Im Falle einer 160 Meter langen Schleuderspur beim Range Rover und einer 300 Meter langen Spur beim Mercedes kann man von einem sehr hohen Tempo ausgehen. Die Geschwindigkeiten muss wohl der Sachverständige ermitteln. Die juristische Bewertung des Vorfalls und der Schuldfrage bleibt einem Gericht vorbehalten.