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10.05.2017

Zeugen befürchten Terrorangriff bei Reizgas-Attacke im Interregio

Pforzheim. Große Fortschritte hat es am Mittwoch im Fall um drei Angeklagte aus der Stuttgarter Linksautonomen-Szene nicht gegeben. Am zweiten Verhandlungstag, der eigentlich zugleich der letzte hätte sein sollen, wurden in insgesamt knapp sieben Verhandlungsstunden sechs Zeugen vernommen und die Auszüge aus dem Bundeszentralregister der drei Angeklagten verlesen, die in allen drei Fällen mehrere Einträge, teils kleinerer Vergehen, aufweisen. Eine 30-jährige Zeugin, die sich am 10. März 2015 in dem Interregio-Zug von Stuttgart nach Karlsruhe befunden hatte, sagte aus, sie habe mehrfach bei der Polizei angerufen und sei in einer Warteschleife gelandet, während sich im Zug eine aggressive Stimmung und schließlich Angst und Reizgas ausgebreitet hätten.

Man habe sie am Telefon freundlicherweise darauf hingewiesen, dass man wegen der Pegida-Demonstration in Karlsruhe überhaupt keine Leute da habe. Der Beamte habe auch versucht, sie zu beruhigen und gesagt, dass die beschriebenen Leute deshalb so schwarz angezogen seien. „Andere Mitreisende haben geschrien und geweint und ich dachte, so muss ein Terroranschlag sein“, sagte sie weiter über die Situation während und kurz nach der Prügelattacke im Zug aus. „Das ist mir doch egal, ob da Pegida-Demo ist oder sonst was.“

Eine lange und zähe Befragung lieferte sich einer der drei Verteidiger der Angeklagten mit der für die Ermittlungen zuständigen Kriminalhauptkommissarin. Letztlich wurden so die Plädoyers und damit der gesamte Abschluss der Verhandlung wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung auf kommenden Dienstag, 13.30 Uhr verlegt.

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