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Geehrt für ihre Auseinandersetzung mit dem Thema „Nachbarn“: Zheng Tai (Gewinner), Sandra Fischer (stellvertretend für Manuel Frisch, 3. Preis), Jannis Kania (Junior Award) und Dawid Nozadze (2. Preis, von links). Foto: Läuter
Geehrt für ihre Auseinandersetzung mit dem Thema „Nachbarn“: Zheng Tai (Gewinner), Sandra Fischer (stellvertretend für Manuel Frisch, 3. Preis), Jannis Kania (Junior Award) und Dawid Nozadze (2. Preis, von links). Foto: Läuter
26.07.2015

Zheng Tai kann „Selbstgedrehte“-Jury erneut überzeugen

Pforzheim. Das Thema „Nachbarn“ gut getroffen, sehr aktuell interpretiert und mit einem Schnitt und Kameraeinstellungen umgesetzt, die die Leistungen der Schauspieler unterstützten, so lautete die Begründung der Jury für ihre Entscheidung, den ersten Preis des Kurzfilmwettbewerbs Selbstgedrehte in der Kategorie der 18- bis 26-Jährigen an Zheng Tai zu vergeben. Zum vierten Mal hat das Kommunale Kino (KoKi) den Kurzfilmwettbewerb ausgerichtet.

Tai, der längst nicht mehr ganz unbekannt ist in Pforzheim und den Preis zum wiederholten Male einheimste, hatte seinem Werk den schlichten Titel „Nachbar“ gegeben – passend zum diesjährigen Thema „Nachbar“. Dahinter allerdings verbarg sich alles andere als eine profane Geschichte: Der Muslim von nebenan erscheint einem deutschen Nachbarn nicht ganz geheuer. Fremde Gebetsübungen auf dem Balkon, seltsame Freunde die Sporttaschen übergeben. Es scheint auf der Hand zu liegen, dass da was nicht stimmt. Angst, Misstrauen, Schweigen, schließlich der Fund eines arabischsprachigen Briefs in Nachbars Müll und Internetrecherchen führen dazu, dass der Deutsche den Muslim im Keller mit einer Pistole bedroht und festhält, um ihm einige Fragen zu stellen. Das Ganze endet in einem Fiasko.

Insgesamt zwölf Einreichungen hatte die Jury, die aus Giovanna Pepe (Schauspielerin), Winfried Thein (Programmbeirat KoKi), Uli Ganter (Trickfilmdozent), Alix Chabanon (Vertreterin der Partnerstadt Saint-Maur) und Joachim Wossidlo (Filmemacher), bestand, sich angesehen. Nach angeregten Diskussionen, wie die Organisatorin und Moderatorin des Abends, Daniela Franco, verriet, waren die Entscheidungen getroffen: Den zweiten Preis erhielt Dawid Nozadze für „Nachbarschaftshilfe“, der „mit erfreulicher Unverschämtheit überzeugte“ und in dem viele Klischees in einem Genremix präsentiert worden waren. Den dritten Preis erhielt Manuel Frisch für den aufwendig produzierten Stopmotion-Film „Der Flaschensammler“. Der Junior Award für die jüngsten Teilnehmer der Altersklasse 14 bis 17 Jahre ging an Jannis Kania für dessen Film „Nachbars Tochter“.

Tai konnte neben der Trophäe eine Jahreskarte fürs KoKi und einen Freifahrtschein für die Teilnahme am internationalen Kurzfilmfestival in der französischen Partnerstadt Saint-Maur mit nach Hause nehmen.