AdobeStock_51612116
Seit Dienstag müssen sich vier Männer wegen Bandendiebstahls und gewerbsmäßiger Hehlerei vor dem Karlsruher Landgericht verantworten. Unter anderem sollen sie 70 Zigarettenautomaten gestohlen haben. 

Zigarettenautomaten in großen Stil geplündert - Durchsuchungen in Pforzheim und Wildbad

Pforzheim/Karlsruhe/Bad Wildbad. Sie sollen im Südwesten rund 70 Zigarettenautomaten geknackt, die Geräte samt Geld gestohlen und die Zigaretten anschließend verkauft haben. Dabei erbeuteten sie rund 110.000 Euro. Deshalb müssen sich seit Dienstag vier Männer wegen Bandendiebstahls und gewerbsmäßiger Hehlerei vor dem Karlsruher Landgericht verantworten. Laut ener Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe soll dabei unter anderem in Wohnobjekten in Bad Wildbad und Pforzheim Diebesgut, Aufbruchswerkzeuge, Bargeld und zahlreiche Auto-Kennzeichen gefunden und einer der Angeklagten in Bad Wildbad festgenommen worden sein.

Beides war am ersten Verhandlungstag noch nicht Thema, aber es lässt sich vermuten, dass es weitaus mehr als die in der Anklageschrift genannten 70 Automaten waren und die Täter in mehreren Banden agierten. Die Angeklagten stammen aus Montenegro und dem Kosovo und sind zwischen 22 und 41 Jahren alt. Drei von ihnen sitzen derzeit in U-Haft. Die ihnen zur Last gelegten Taten begannen im August 2019 und erstreckten sich von Landau über Karlsruhe bis nach Stuttgart. Gezielt sollen die Täter mit Werkzeugen Zigarettenautomaten abgebaut und an abgelegenen Orten aufgebrochen haben.

Frage nach dem Anführer

Zu Beginn bot der Vorsitzende Richter Ralf Kraus ein Verständigungsgespräch an, das von den Parteien angenommen wurde. Zwar legten anschließend alle Angeklagten ein Geständnis ab. Bei ihren Angaben gab es aber teilweise Abweichungen. Drei der Männer gaben an, dass der 41-Jährige der Kopf der Bande gewesen sein soll. Dieser betonte aber, dass er keine besondere Stellung in der Gruppe gehabt habe. Zuletzt hatte er erhebliche Alkohol- und Drogenprobleme und war dem Glücksspiel verfallen.

„Ich habe Geld benötigt, aber von wem die Idee ausging, weiß ich nicht“, erklärte er.

Der 38-Jährige schilderte, dass ihm zwei andere aus der Gruppe den Sachverhalt erklärten und er dadurch schnelles Geld verdienen wollte. „Wir sind losgezogen und haben uns nach Automaten umgesehen“, so ein 25-Jähriger. Dabei seien immer  andere Familienmitglieder mit an Bord gewesen. Der Jüngste, ein 22-Jähriger, scheute sich nicht, Namen in den Raum zu werfen, so dass der Anschein entstand, dass es sich längst nicht nur um zwei Diebesgruppen handelte. „Ich habe gemerkt, dass mein Cousin und Onkel Geld hatten, und wollte mich nicht damit zufriedengeben, dass sie angeblich im Casino eine Glückssträhne hatten“, erklärte der 22-Jährige.