Auf Dienstfahrt:  Staatsanwalt Uwe Siegrist (links) und Kollegen kamen im November 2009 nach Pforzheim und nahmen aus dem Rathaus Akten zur Derivate-Affäre mit nach Mannheim. /Archiv
Auf Dienstfahrt: Staatsanwalt Uwe Siegrist (links) und Kollegen kamen im November 2009 nach Pforzheim und nahmen aus dem Rathaus Akten zur Derivate-Affäre mit nach Mannheim.  

Zinsderivate-Ausstieg: Stadt wartet auf Erlaubnis

PFORZHEIM. "Nichts Neues in Ihrer Pforzheimer Sache" – diesen Satz bekommt man auf Anfrage bei der Pressestelle der Mannheimer Schwerpunkstaatsanwaltschaft seit Monaten zu hören. Bekanntlich prüfen die Ermittler, ob sich Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und Kämmerin Susanne Weishaar bei den Derivate-Geschäften – erst mit der Deutschen Bank, dann mit J P Morgan – der Untreue schuldig gemacht haben.

Ende mit Schrecken

Eine Frage der Taktik

Was die Strafjuristen in Mannheim betrifft, weiß man nicht so recht: Liegt es tatsächlich an der für Staatsanwälte neuen Materie der Zinsderivate-Geschäfte und deren eventuelle Strafbarkeit, dass es nichts Neues zu vermelden gibt? Es gibt Stimmen, die verweisen auf die Praxis der Behörde, erst dann die Katze aus dem Sack zu lassen, wenn die Anklageschrift so gut wie geschrieben ist.

Ein nicht unerheblicher Gesichtspunkt könnte auch sein, dass die Anklagebehörde gerne von einem zu beziffernden Schaden ausgeht, um eine mögliche Anklage auf ein Fundament zu stellen. Und da könnten sich die Mannheimer sagen: „Macht Ihr im Pforzheimer Rathaus erst mal Eure Hausaufgaben.“