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Vom Freier zum Sex gezwungen, oder nicht? Eine 36-jährige Asiatin und deren 58-jähriger Freund sitzen im Pforzheimer Amtsgericht auf der Anklagebank.
Sex, Prügel und viel Uneinigkeit © dpa
14.02.2011

Zum Sex gezwungen? 36-jährige Asiatin vor Gericht

PFORZHEIM. Er wollte Sex und diesen bezahlen. Sie wollte Geld für den - aus ihrer Sicht erzwungenen - Liebesdienst 14 Tage zuvor. Dafür hatte sich die 36-jährige Küchenhilfe, die sich ihren Verdienst durch bezahlte Liebe aufbessert, Hilfe von einem Freund geholt. Gemeinsam mit diesem Freund, einem 58-jährigen arbeitslosen Koch, sitzt die Asiatin nun auf der Anklagebank des Pforzheimer Amtsgerichtes.

Richterin Stephanie Ambs muss nun klären, ob ein aus der Geldforderung entstandenes Gerangel in eine gefährliche Körperverlertzung, Freiheitsberaubung und dem Vortäuschen einer Straftat mündete.

Die beiden Angeklagten werfen dem Opfer vor, die 36-jährige zwei Wochen zuvor gegen ihren Willen und ohne Kondom zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben und ohne Bezahlung gegangen zu sein. Das eigentliche Opfer, ein Pforzheimer Kaufmann, widersprach dieser Darstellung vehement. Der Sex vor dem eigentlichen Tattag erfolgte in beiderseitigem Einverständnis ohne Kondom, denn "wir waren rattenscharf" - bezahlt habe er im Voraus und zwar 50 Euro. Am eigentlichen Tattag habe er widerrum 50 Euro bereitgehalten, seine Jacke ausgezogen und sie dann von dem Angeklagten überraschend angegriffen worden, nachdem die Angeklagte dessen Namen gerufen habe.

Inzwischen habe das Opfer keinerlei Interesse mehr an einer Bestrafung der beiden Angeklagten. Zu einem Urteilsspruch ist es am ersten Verhandlungstag noch nicht gekommen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung sollen sich nun außergerichtlich einigen, gelingt dies nicht, wird ein weiterer Verhandlungstag angesetzt, bei dem vorhandenes Videomaterial und die eingegangenen Notrufe gesichtet werden würden. Ramona Deeg