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30.06.2010

Zwangsversteigerung des Hells-Angels-Treffs fällt aus

PFORZHEIM. Der Zwangsversteigerungstermin für das Gebäude an der Karolingerstraße 27 in der Pforzheimer Nordstadt ist abgesagt. Das Gebäude ist in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt, weil sich dort ein Vereinslokal der Rocker-Gruppierung Hells Angels befindet. Sie sind dort indes nur Mieter.

Das Gebäude gehört einem Privatbesitzer. Aus der Nachbarschaft des Hauses heraus war die Stadtverwaltung anonym aufgefordert worden, das Gebäude durch eine Wohnbaugesellschaft, vorzugsweise die stadteigene Stadtbau GmbH, aufkaufen zu lassen.

Dadurch erhofften sich die Initiatoren, dass nach der früheren Nutzung als Bordell nun die gleichfalls missliebigen Mieter in den schwarzen Lederjacken wieder verschwinden. Baubürgermeister Alexander Uhlig hatte die Angelegenheit innerhalb der Stadtbau besprochen. Ergebnis: Das Unternehmen ist nicht interessiert. Das Gebäude passe nicht ins sonstige Stadtbauprogramm, so Uhlig.

Zur Frage, warum die Zwangsversteigerung abgesetzt wurde, gibt es etwas widersprüchliche Aussagen. Die Gläubiger-Bank, die in der Bekanntmachung des Versteigerungstermins noch als zuständig genannt wurde, ist nach eigenem Bekunden daran gar nicht interessiert gewesen. „Wir haben gar keine Veranlassung gehabt, die Zwangsversteigerung zu betreiben“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Nach PZ-Informationen gab es einen zweiten Gläubiger, der sehr wohl dieses Interesse hatte: die Stadtverwaltung selbst. Wie aus dem Rathaus zu hören ist, hat indes die Gläubiger-Bank bei der Stadt die Schulden des Hausbesitzers bezahlt.

Stadt aus dem Spiel

Damit durfte die Stadt keine Versteigerung mehr beantragen – und die Bank zog den bestehenden Antrag auf Zwangsversteigerung zurück. Beobachter vermuten: Die Bank fährt wirtschaftlich besser, wenn sie alles beim Alten lässt.