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© Symbolbild: dpa
04.03.2014

Zwei Jahre Gefängnis nach gewerbsmäßigem Diebstahl und Hehlerei

Der Wert der Dinge, die wir besitzen ist eine Sache. Der Sachschaden, der dadurch entsteht, dass Einbrecher diese Dinge stehlen eine andere. Besonders schwer trifft die Geschädigten aber oft auch der immaterielle Wert des Verschwundenen – dass man an den Dingen eben hängt. Und auch psychisch hinterlassen Wohnungseinbrüche bei den Betroffenen Spuren. Das wurde im Rahmen eines Verfahrens gegen einen 28 Jahre alten Rumänen wegen gewerbsmäßigem Diebstahl und Hehlerei vor dem Schöffengericht klar.

„Gott sei Dank sind Einbrüche für mich nicht alltäglich und deshalb bin ich auch etwas aufgeregt“, so die Zeugin. Vor Gericht fand sie sich wieder, weil im September 2013 in ihr Haus in Ettlingen, in welchem sie alleine wohnt, eingebrochen worden ist. Es sei viel weg gekommen – vor allem Schmuck, Uhren und Münzen. Dank der Ermittlungen der Polizei hat die Frau einen Teil der Dinge zurückbekommen, auch hat ihr die Versicherung für den erlittenen Schaden 7000 Euro bezahlt. Aber trotzdem: „Das was wertvoll und mir wichtig war, ist nicht mehr da“, bilanziert die Zeugin das Geschehen nüchtern. Andenken an ihren verstorbenen Mann beispielsweise oder an ihren verstorbenen Sohn – der ideelle Wert der verschwundenen Dinge sei sehr hoch für sie.

Seine Hände im Spiel bei diesem Wohnungseinbruch soll der Angeklagte gehabt haben. In diesem und einem anderen Fall in Pforzheim als Hehler. In seiner Karlsruher Wohnung, in welcher zeitweise 20 Landsleute gelebt haben und wohl auch als Einbrecher tätig wurden – so vermuten es die Ermittlungsbehörden – fand man umfangreiches Diebesgut. An zwei weiteren Wohnungseinbrüchen im Enzkreis soll der Angeklagte selbst beteiligt gewesen sein. Einen Einbruch gab er vor Gericht zu, bei der anderen Tat wollte er nicht dabei gewesen sein. Der junge Mann hatte jedoch beide Male DNA-Spuren hinterlassen, da er sich an den Tatorten verletzte.

So sehr auch der Tatbestand des Bandendiebstahls im Raum stand und sich im Laufe der Beweisaufnahme der Verdacht diesbezüglich aufdrängte, nachgewiesen konnte dies dem jungen Rumänen, der seit zwei Jahren von Spanien kommend in Deutschland lebt und sich nach eigenen Angaben mit Schwarzarbeit im Baubereich für andere Rumänen durchgeschlagen hat, jedoch nicht.

Wegen der beiden Wohnungseinbrüche sowie Hehlerei in zwei weiteren Fällen hatte Staatsanwältin Christine Roschinski eine Haftstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten gefordert. Rechtsanwalt Michael Ried plädierte auf 1 Jahr und 9 Monate und regte an die Strafe zur Bewährung auszusetzen. Am Ende wurde der Angeklagte zu einer Haftstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten verurteilt. Der Vorsitzende Richter Karl-Michael Walz wies in seiner Urteilsbegründung explizit auch auf die psychischen Folgen für die Geschädigten durch derartige Wohnungseinbrüche hin. Die generalpräventiven Gesichtspunkte hätten bei der Urteilsfindung ein hohes Gewicht gehabt, so der Richter – „Die Bevölkerung ist durch derartige Taten in höchstem Maße verunsichert“. Wegen Fluchtgefahr wurde der Haftbefehl gegen den jungen Mann aufrecht erhalten. Er hatte sich bereits seit vier Monaten in Untersuchungshaft befunden.