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Tom Sirtaki (links) und Bruno B. (rechts) von Viermannzelt bildeten mit PZ-Redakteur Thomas Kurtz nur kurzzeitig ein Trio. Bühnenreif war der Auftritt zwar nicht, aber Spaß hat er der Spontanband trotzdem gemacht.
Tom Sirtaki (links) und Bruno B. (rechts) von Viermannzelt bildeten mit PZ-Redakteur Thomas Kurtz nur kurzzeitig ein Trio. Bühnenreif war der Auftritt zwar nicht, aber Spaß hat er der Spontanband trotzdem gemacht. © Lutz
06.10.2009

Zwei Mann kochen, drei Mann essen und reden über Viermannzelt

PFORZHEIM. Längere Zeit war es ruhig geworden um die Pforzheimer Band Viermannzelt. Das soll sich jetzt ändern. Neues Repertoire, neue Besetzung – am Samstag, 17. Oktober, 20 Uhr beim Benefiz-Kulturfestival der Lebenshilfe in der Nagoldhalle in Pforzheim-Dillweißenstein wird Viermannzelt mit mindestens vier Mann und einer Frau zu hören sein. Garantiert nicht auf der Bühne mitspielen wird PZ-Redakteur Thomas Kurtz. Seine musikalische Kostprobe fürs Frühstücksfernsehen auf PZ-news verlief zwar recht entspannt, klang aber wenig überzeugend.

Die drei Griffe auf dem Bass reichen dann eben doch nicht, und die Stimme lässt sogar H-Milch sauer werden. Seine wahren Stärken hatte Kurtz jedoch zuvor bewiesen – beim Essen. Tom Sirtaki, so der bandinterne Namen für den blonden Gitarristen, hatte Rührei mit Bratwürstchen in der Pfanne gebrutzelt und damit ein seliges Lächeln aufs Gesicht des Gastes gezaubert. Bruno B., Leadsänger von Viermannzelt, hatte sich mit dem Kaffee große Mühe gemacht,

Und das alles nur, um einen Online-Redakteur zu mästen? Ein bisschen Werbung wollen Viermannzelt machen. Für einen guten Zweck natürlich. Tom Sirtaki hat nämlich mit „Rock an der Nagold“ ein Benefizkonzert für die Lebenshilfe organisiert. Er ist dort selbst als Bereichsleiter in der Behindertenarbeit aktiv. Bei diesem Konzert werden neben dem Gute-Laune-Rock von Viermannzelt auch Yakuzi (Trompetenpunk) und Ahead to the Sea (Folk-Punk) zu hören sein. Mit dabei sind auch Michael Hermann von den Lennons, Mixed Piglets mit Trash-Comedy und Slam Poeten.

Für Viermannzelt wird dieser Auftritt so eine Art Bewährungsprobe sein. Zum einen müssen die Bandmitglieder zeigen, dass es mit ihnen live auf der Bühne funktioniert, zum anderen werden die Fans zeigen, was sie vom neuen Stilmix der Pforzheimer Combo halten. Poppunkrock mit deutschen Texten und hohem Spaßfaktor spielten Viermannzelt noch vor ein paar Jahren. Die deutschen Texte sind geblieben, aber musikalisch soll das Spektrum breiter geworden sein. Bruno B. lächelt und meint, dass Viermannzelt inzwischen sogar nicht mehr vor Schlagern zurückschrecken würden. So richtig glauben mag das Frühstücksgast Kurtz ja nicht. Aber wenn Viermannzelt Gas geben, klingen auch Schlager punkig.

Und die Texte? Depressives wird Bruno B. wohl nicht ins Mikrofon flöten. Das war noch nie das Ding der Pforzheimer Band. Der pure Klamauk aber soll es auch nicht mehr sein. „Wir wollen die schönen Seiten des Lebens zeigen“, sagt der Frontmann, der sich früher auf der Bühne ebenfalls von seiner schönsten Seite zeigte. Bruno B. in Strapsen – das war ein Markenzeichen von Viermannzelt.

Fürs Frühstücksfernsehen wollte der Sänger jedoch nicht in seinem sehr speziellen Outfit posieren. Selbst ein kleines Unplugged-Stück wollten die überraschend scheu wirkenden Tom Sirtaki und Bruno B. zunächst nicht spielen. Aber Kurtz, bekannt für seinen zwingenden, unerbittlichen Charme, bot sich als Aushilfe am Bass an. Wie das Trio den Song „Pforzheim“, den es auch als Video in YouTube gibt, in die Welt hinausschmetterte, zeigt das Frühstücksfernsehen in einem exklusiven Mitschnitt, der angeblich demnächst bei MTV in der Rotation zu erleben sein soll.