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Erwin Schick (rechts) war schon Stadtrat in Pforzheim, da war sein Enkel Wolfgang Schick noch gar nicht auf der Welt. Der Senior freilich war als Kommunist Mitglied der KPD, der Enkel ist heute CDU-Mitglied.
Erwin Schick (rechts) war schon Stadtrat in Pforzheim, da war sein Enkel Wolfgang Schick noch gar nicht auf der Welt. Der Senior freilich war als Kommunist Mitglied der KPD, der Enkel ist heute CDU-Mitglied. © PZ-Archiv/Stadtarchiv
25.02.2011

Zweimal Stadtrat Schick: Opa Kommunist, Enkel CDU

PFORZHEIM. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, heißt es landläufig, wenn Kinder in die Fußstapfen der Eltern treten. Auch beim Blick in den Pforzheimer Gemeinderat trifft dies hin und wieder zu: Bei Frank Neubert beispielsweise, der 1990 bei der Grünen Liste seiner Mutter Irmgard für ein paar Jahre nachfolgte. Und als echtes Urgestein unter den Stadträten galt Elmar Goldmann, der für die CDU von 1968 bis 1990 im Gemeinderat saß. Nach vierjähriger Goldmann-Pause folgte Sohn Florentin, der seinem Vater nunmehr seit 1994 nacheifert. Auch Erwin Schick, der 1919 als 25-Jähriger zum Stadtverordneten gewählt wurde, hat familiäre Wurzeln im Kommunalparlament hinterlassen.

Drei Jahre später zog der Etui-Arbeiter für die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) dann in den Stadtrat ein. Freiwillig ausgetreten, gelang Schick 1930 erneut der Sprung in dieses Gremium, doch wieder verließ er es ein Jahr später. Im Dritten Reich verboten - die Mitglieder wurden von den Nazis verfolgt - war die KPD nach Kriegsende von den Besatzungsmächten wieder zugelassen worden. Erwin Schick gehörte 1946 dem ersten von der Bevölkerung gewählten Stadtrat an und wurde 1947 im Amt bestätigt, das er bis 1951 ausübte. Fünf Jahre später starb er.

Sein Erbe hat 2008 Enkel Wolfgang Schick angetreten, der hauptberufliche Sprecher der Polizeidirektion Pforzheim. Dem Gemeinderat gehört Schick allerdings nicht als Kommunist an – sondern als Mitglied der CDU.