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20.09.2010

Zweitgutachten über Derivate wird diskutiert

PFORZHEIM/TÜBINGEN. Die Stadt will sich vor einer möglichen juristischen Auseinandersetzung mit der Deutschen Bank oder J. P. Morgan nicht in die Karten schauen lassen. Strengstes Stillschweigen ist vereinbart, was das Gutachten von Professor Heinz-Dieter Assmann betrifft. Der Jurist, Lehrstuhlinhaber an der Tübinger Uni, war von der Verwaltung gebeten worden, ein Zweitgutachten in der Folge des Derivate-Debakels zu erstellen.

Das lag zwar vor wenigen Wochen vor, doch bedurfte es nach Auffassung der Stadt einer Ergänzung. Diese sei mittlerweile erfolgt, sagt der städtische Pressesprecher Michael Strohmayer. In Kürze würden die Stadträte über den Inhalt des Gutachtens informiert – und erst dann die Presse.

Unterdessen gibt es von der strafrechtlichen Seite nichts Neues. Bei der Staatsanwaltschaft Mannheim läuft ein Ermittlungsverfahren gegen Ex-OB Christel Augenstein und die ehemalige Kämmerin Susanne Weishaar wegen des Verdachts der Untreue. Es geht um über 55 Millionen Euro. Mit diesem Verlust zog die Stadt die Notbremse aus Geschäften mit J. P. Morgan. Diese „Spiegelgeschäfte“ sollten einen möglichen drohenden Verlust aus Zinsderivate-Geschäften mit der Deutschen Bank ausgleichen. ol