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Referentin Klara A. Csiszar (Mitte) vom Institut für Weltkirche und Mission in Frankfurt am Main bei ihrem Vortrag zum Thema „Mission“ bei der christlich-islamischen Gesellschaft. Foto: Läuter
Referentin Klara A. Csiszar (Mitte) vom Institut für Weltkirche und Mission in Frankfurt am Main bei ihrem Vortrag zum Thema „Mission“ bei der christlich-islamischen Gesellschaft. Foto: Läuter
05.10.2015

ang durch die katholische Kirchengeschichte – offener Austausch bei Tee und türkischen Spezialitäten

Über Ängste, Vorurteile und Veränderungen rund um das Thema „Wie Muslime christliche Missionierung erleben“, haben am Mittwoch rund 15 Personen in den Räumen des RUMI Bildungs- und Kulturvereins an der Ostendstraße diskutiert. Im Rahmen der sogenannten T-Gespräche hatte die Christlich-Islamische Gesellschaft Pforzheim zu einem offenen Austausch bei Tee und türkischen Spezialitäten eingeladen.

Die Theologin Klara Csiszar, Referentin am Institut für Weltkirche und Mission in Frankfurt St. Georgen gab zu diesem Anlass ein Referat und erörterte nicht nur verschiedenen Begrifflichkeiten des Christentums, sondern vor allem auch die Veränderungen die sich im Laufe der katholischen Kirchengeschichte beim Thema Missionierung vollzogen haben.„Wir erleben, dass im Dialog der Religionen immer wieder die Angst auftaucht, der andere will uns ja nur missionieren oder bekehren. Bilder von Anhängern beider Religionen, die in unseren Fußgängerzonen Bibeln oder den Koran verteilen, schüren diese Angst“, so der katholische Pastoralreferent und Beisitzer der Gesellschaft, Tobias Gfell, in einem Einladungsschreiben.

Csiszar wies in ihrem Vortrag darauf hin, dass der Missionsbegriff im deutschsprachigen Raum noch immer ein belasteter Begriff sei und viele Menschen vor allem an blutige Kolonialisierungen in Südamerika oder Afrika erinnere. Papst Franziskus hingegen verbinde damit Positives, nämlich eine Kirche im Aufbruch, die die Dinge so wie sie sind nicht belassen dürfe. War die Missionspraxis früher noch vom Glauben geprägt, es könne außerhalb der Kirche kein Heil geben. Dieser Heilspessimismus mit Exklusivitätsanspruch sei mittlerweile aber einem Heilsoptimismus gewichen, so die Theologin. „Der Auftrag lautet: Wege zu öffnen, damit Menschen am Christusgeheimnis teilhaben. Mission heißt also, Türen der Hoffnung, des Glaubens und der Liebe zu öffnen.“ Dies stets mit dem Ziel, den Armen, also den Unterdrückten, jenen, denen der Lebenssinn verhüllt bleibe, ein Leben mit weniger Angst und der Fähigkeit, immer mehr lieben zu können, zu eröffnen. Nicht als Zwang, sondern als vorgelebtes Beispiel und Angebot.