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Studiengebühren werden in Deutschland zum Auslaufmodell © dpa
24.02.2011

Allgemeine Studiengebühren werden Auslaufmodell

Bildergalerie: Chaos-WG: Sieben Studenten unter einem DachDemnach bleiben nur noch Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen als Bundesländer, die an der Abgabe festhalten. Der baden-württembergische Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) sieht sich aber durchaus nicht in der Defensive, machte er im dpa-Interview deutlich.Planen Sie angesichts der schwindenden Zahl von Bundesländern mit Studiengebühren Änderungen an der Regelung in Baden-Württemberg?Frankenberg:«Dafür gibt es keinen Grund. Jedes Land muss selbst entscheiden, wie es seine Hochschulen finanziert. »Wie haben sich Studium und Lehre nach Einführung der Gebühren von 500 Euro pro Semester im Sommer 2007 verändert? Frankenberg:«Studiengebühren haben dazu beigetragen, dass die Studienbedingungen in Baden-Württemberg noch besser geworden sind - die Hochschulen haben zusätzliches Lehrpersonal eingestellt, sie haben den Service zum Beispiel in den Bibliotheken verbessert, und sie haben in die Ausstattung von Hörsälen investiert.

Gerade in der Lehre ist der Südwesten übrigens besonders stark: Bundesweit liegt Baden-Württemberg in der Betreuungsrelation an Universitäten wie auch an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften auf dem ersten Platz.»

Befürchten Sie, dass sich mittelfristig die Studienanfängerzahlen in Baden-Württemberg wegen der Studiengebühren verringern werden, das heißt Baden-Württemberg im Wettbewerb der Hochschulstandorte beschädigt wird?

Frankenberg:«Das Gegenteil ist der Fall. Wir erleben einen Run auf unsere Hochschulen. Das hat auch damit zu tun, dass wir hervorragende Studienbedingungen bieten, die wir ja dank unserer sozial ausgewogenen und fairen Gebühren weiter verbessert haben. »

Glauben Sie, dass der Druck der Studenten sowie Grünen und SPD, die Gebühren abzuschaffen, in den kommenden Monaten stärker wird?Frankenberg:«Man muss ehrlich sein - gerade vor den Wahlen. Wer Studiengebühren abschaffen will und gleichzeitig sagt, das sich dann ergebende Defizit der Hochschulen würde von der Landeskasse ausgeglichen, betreibt Augenwischerei. In Wirklichkeit will die Opposition die jetzigen Studierenden als künftige Steuerzahler auch ohne Studiengebühren zur Kasse bitten, weil das Defizit nur auf Pump ausgeglichen werden kann. »