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22.04.2010

Asche als Grund für Triebwerk-Probleme bei Ferienflieger?

HAMBURG. Nach tagelangem Chaos im Flugverkehr konnten Reisende am Donnerstag weitgehend mit Normalität rechnen. Bereits am Mittwoch wurden 80 Prozent aller planmäßigen Verbindungen wieder geflogen, teilte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol mit. Derweil meldet "bild.de", dass der Pilot eines englischen Ferienfliegers den Flug über Griechenland abbrach. Laut "bild.de" soll der Pilot während des Fluges mitgeteilt haben: „Wir können die Asche im Flugzeug riechen."

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Der Autor des Artikels auf "Bild.de" fragt sich, ob es an der Asche lag, dass offenbar ein Triebwerks-Zapfluftventil, über das Luft in die Kabine geleitet wird, verstopft und verschmutzt war. Die Boeing 757 des Reiseveranstalters Thomas Cook war, nach Information von "bild.de", gegen 1 Uhr früh mit Ziel Korfu gestartet, um dort Urlauber abzuholen. An Bord des Jets sei nur die Besatzung gewesen.

Wie "bild.de" meldet, nennt Thomas Cook den Zwischenfall „einen kleinen technischen Fehler bei der Klimaanlage“. Der Abbruch des Fluges sei eine reine Vorsichtmaßnahme gewesen.

Abgesehen von diesem Zwischenfall kehrt im Flugverkehr nach tagelangem Chaos wieder Normalität ein. Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt am Main nahm am Donnerstag wieder den regulären Betrieb auf. Auch an den anderen deutschen Airports sollten wieder deutlich mehr Flugzeuge an den Start gehen. Reisende sind aber weiter aufgerufen, sich über Starts und Landungen zu informieren - etwa über die Internetseiten der Flughäfen.

Bereits am Mittwoch hatte sich der Himmel über Europa wieder deutlich belebt. 80 Prozent aller planmäßigen Verbindungen wurden wieder geflogen, teilte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol mit. Damit löste sich eine der größten und teuersten Verkehrsbehinderungen der Geschichte nach einer Woche weitgehend auf.

Passagiere müssten aber auch in den kommenden Tagen mit Behinderungen rechnen, sagte die Fraport-Sprecherin. In Frankfurt sollten am Donnerstag 80 Flüge ausfallen. Am Mittwoch hatte der Airport noch die Hälfte aller 1400 Verbindungen streichen müssen. Europas größte Airline, die Lufthansa, plante für Donnerstag wieder das volle Flugprogramm.

Auch Deutschlands zweitgrößter Airport in München meldete eine Normalisierung. „Das geht schneller, als wir dachten“, sagte ein Sprecher. Am Abend habe es noch lange Schlangen an den Umbuchungsschaltern gegeben, 50 Menschen hätten auf Feldbetten im Flughafen übernachtet. „Auch diese Leute haben aber heute die Chance, bald dahin zu kommen, wo sie hin wollten“, sagte der Sprecher.
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hatte am Mittwoch flächendeckend den Luftverkehr nach Instrumentenflugregeln (IFR) erlaubt. Zuvor war das Fliegen nur mit Sondergenehmigungen im zeitweisen Sichtflug erlaubt. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen schätzt, dass seit Beginn der Sperrungen knapp drei Millionen Passagiere nicht abgefertigt wurden. Der Schaden ist enorm: Die Einnahmeausfälle der Airlines insgesamt schätzt der Internationale Flugverband IATA auf knapp 1,3 Milliarden Euro.

Viele Unternehmen litten unter den Ausfällen. Bei deutschen Autoherstellern und Zulieferern gab es Produktionspausen und Engpässe. Am kommenden Sonntag soll deswegen das Fahrverbot für Lastwagen gelockert werden. In mehreren Bundesländern wurden zudem zusätzliche Nachtflüge genehmigt.

In den kommenden Tagen soll die Vulkanasche über den Atlantik Richtung Nord-Nordost getrieben werden, weil sich der Wind dreht. „Mitteleuropa wird nicht mehr betroffen sein“, prognostizierte DWD- Wetterexperte Ansgar Engel in Offenbach. Auch ein Sprecher des Meteorologischen Institutes in Reykjavik gab Entwarnung: Der Vulkan unter dem Eyjafjalla-Gletscher schleudere nur noch wenig Asche in die Atmosphäre.