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21.04.2010

Bischof Mixa gibt nach Misshandlungsvorwürfen auf

AUGSBURG. Der Bischof Walter Mixa hat nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen“ seinen Rücktritt eingereicht. Er habe am Mittwochabend in einem Brief an Papst Benedikt XVI. seinen Rückzug vom Amt des Bischofs von Augsburg als auch vom Amt des Militärbischofs der Bundeswehr angeboten. Der Schritt folgt nach tagelangen Diskussionen um Misshandlungen von Heimkindern, die Mixa zunächst geleugnet und dann eingestanden hatte.

Die Zeitung beruft sich mit ihrem Bericht auf vertrauenswürdige Personen aus dem Augsburger Bistum. Eine Bestätigung konnte die dpa zunächst nicht bekommen. In der Regel wird ein solches Rücktrittsgesuch von der Kirchenführung angenommen.
Nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen“ begründete Mixa seinen Rücktritt mit einer übergeordneten Verantwortung für sein Bistum. Die öffentlichen Diskussionen um seine Person hätten Priester und Gläubige schwer belastet. Er wolle nun den Weg für einen Neuanfang freimachen. „Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung“, zitierte die Zeitung den Bischof. Er wolle an der Aufklärung aller gegen ihn erhobenen Vorwürfe mitwirken.
Mixa hat inzwischen eingestanden, Heimkinder in seiner früheren Zeit als Stadtpfarrer geschlagen zu haben, nachdem er zunächst jede Gewalt gegenüber Kindern „reinen Herzens“ bestritten hatte. Vorwürfe, er habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen nennenswerte Geldbeträge zum Schaden einer Waisenhausstiftung zweckentfremdet, werden derzeit von einem Sonderermittler und einer Münchner Anwaltskanzlei geprüft. Es geht um überteuerte Kunstwerke und Teppiche, Wein, Möbel, Mixas Bischofsring und ungeklärte Zahlungen, die in Verantwortung von Mixa aus dem Stiftungsvermögen widerrechtlich bezahlt worden sein sollen. dpa