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Ein deutscher Soldat ist in Afghanistan einem Selbstmordanschlag zum Opfer gefallen. Weitere Soldaten wurden verletzt, zwei davon lebensgefährlich.
Ein deutscher Soldat ist in Afghanistan einem Selbstmordanschlag zum Opfer gefallen. Weitere Soldaten wurden verletzt, zwei davon lebensgefährlich. © dpa
07.10.2010

Deutscher Soldat in Afghanistan getötet - Weitere verletzt

AFGHANISTAN. Bei einem Selbstmordanschlag auf deutsche Soldaten im Norden Afghanistans ist ein Soldat der Bundeswehr ums Leben gekommen. Der Soldat ist bei einer Explosion getötet worden, bei der sechs weitere Soldaten verwundet wurden. Angeblich befinden sich noch zwei Verwundete in lebensbedrohlichem Zustand.

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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg verkündete die traurige Nachricht im Plenum des Bundestages - ausgerechnet am neunten Jahrestag des Beginns des Afghanistankrieges. Es handle sich um einen Einsatz der ISAF-Patrouille, «der unserer Sicherheit dient», sagte der Verteidigungsminister. Er sei mit den Gedanken bei den Soldaten und Angehörigen.

Die Soldaten sollen bei einer Operation in Puli Khumri unterwegs gewesen und in den letzten Tagen schon mehrfach unter schweres Feuer geraten sein. Taliban hätten sie mit Panzerfaust und Maschinengewehren beschossen. Nach Angaben des Gouverneurs der afghanischen Provinz Baghlan, Munschi Abdul Madschid, zündete der Attentäter den an seinem Körper befestigten Sprengsatz in der Nähe der Provinzhauptstadt Puli Khumri neben einem deutschen Militärkonvoi.

Das Gebiet sei von Bundeswehr-Soldaten weiträumig abgesperrt worden. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Tat und erklärten, der Attentäter habe acht ausländische Soldaten mit in den Tod gerissen. Angaben der Aufständischen sind in der Regel stark übertrieben.

Die Soldaten sollen zu einem deutschen Ausbildungsschutzbataillon gehören, das in Puli Khumri nahe Kunduz stationiert ist und afghanische Soldaten auf ihren Einsatz gegen die Taliban vorbereitet. Die deutschen Soldaten hätten den Auftrag gehabt, die Zufahrtsstraße zu einer Brücke zu bewachen. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt sagte, die Bundeswehrtruppe sei mit den verletzten Soldaten noch auf dem Weg zurück ins Camp. Man hoffe, dass sie dort mit dem Hubschrauber heil ankämen.

Damit sind bisher insgesamt 44 deutsche Soldaten am Hindukusch ums Leben gekommen. Von ihnen starben 27 bei Anschlägen und Gefechten. Seit genau neun Jahren kämpft eine internationale Schutztruppe in Afghanistan gegen die aufständischen Taliban. Rund 120.000 Soldaten gehören zur ISAF, 47 Länder sind an dem Einsatz beteiligt. Deutschland ist mit 4800 Soldaten der drittgrößte ISAF-Truppensteller nach den USA und Großbritannien. dpa