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Erklärung Guttenbergs zu Plagiatsvorwürfen wird erwartet © dpa
18.02.2011

Erklärung Guttenbergs zu Plagiatsvorwürfen wird erwartet

BERLIN. Angesichts der Debatte über Schummeleien in seiner Doktorarbeit will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an diesem Freitag voraussichtlich eine Erklärung abgeben. Der 39 Jahre alte CSU-Politiker war am Donnerstagabend im Kanzleramt gewesen, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen zu beraten. ZDF und ARD berichteten, Merkel habe Erklärungen von dem Minister verlangt.

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Unionspolitiker nahmen ihn in Schutz. Plagiatsjäger listen im Internet mehr als 80 Textstellen auf, die Guttenberg abgekupfert haben soll, ohne korrekt darauf hinzuweisen.

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Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nahm Guttenberg in Schutz. «Ihm zu unterstellen, dass er die ganze Doktorarbeit abgeschrieben haben soll, (...) wird dem Charakter dieser Arbeit überhaupt nicht gerecht», sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. «Jedem passiert auch mal vielleicht ein Fehler.» Er empfahl aber, so rasch wie möglich Klarheit zu schaffen. Auf die Frage, ob Guttenberg wegen dieser Affäre zurücktreten müsse, sagte Schäuble: «Wir müssen zunächst einmal warten (...) und den Sachverhalt aufklären.»

Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) forderte in der «Rheinischen Post» Geduld bei der Prüfung der Vorwürfe. «Ich finde, auch Minister haben den Anspruch, nicht vorverurteilt zu werden.» Der Parlamentarische Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt (CSU) sagte im «Hamburger Abendblatt»: «Wenn die bisherigen Fußnoten nicht ausreichen, muss es eine zweite, verbesserte Auflage geben.» CDU-Präsidiumsmitglied Philipp Mißfelder sagte im Deutschlandfunk: «Ich glaube, hier sind offenbar Fehler passiert.» Dies könne er aber nicht abschließend beurteilen.

Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz legte dem Minister im «Kölner Stadt-Anzeiger» den Rücktritt nahe für den Fall, dass ihm der Doktortitel aberkannt wird. «Mit diesem Makel kann man nicht mehr Minister sein.»

Die Universität Bayreuth hatte ihm am Donnerstag eineFrist von zwei Wochengesetzt, um Stellung zu nehmen zu denVorwürfen. Guttenberg hatte am Mittwoch Fehler nicht ausgeschlossen.