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22.05.2009

Favorit Köhler muss um den Sieg bangen

BERLIN. Zum ersten Mal muss sich am Samstag mit Horst Köhler ein amtierender Bundespräsident einer Kampfabstimmung stellen. Die PZ beantwortet die wichtigsten Fragen zur Wahl und erklärt, warum Köhler scheitern könnte.

Umfrage

Wenn Sie den Bundespräsidenten direkt wählen könnten, wem würden Sie Ihre Stimme geben?

Horst Köhler 0%
Gesine Schwan 0%
Peter Sodann 0%
Frank Rennicke 0%
Würde nicht wählen gehen 0%
Stimmen gesamt 0

Warum muss Horst Köhler um eine Wiederwahl bangen?
Er kann in den ersten beiden Wahlgängen für weitere fünf Jahre nur gewählt werden, wenn Union, FDP und die Freien Wähler nahezu geschlossen für ihn votieren. Vor fünf Jahren war er mit dem bis dahin knappsten Ergebnis einer Präsidentenwahl im ersten Wahlgang gewählt worden. Mindestens sieben der damaligen Wahlleute von Union und FDP votierten gegen ihn.

Warum kandidiert Gesine Schwan dann überhaupt?
Sie hatte sich Anfang 2008 selbst ins Gespräch gebracht – zusammen mit einigen SPD-Abgeordneten aus dem innerparteilichen Kreisen der Netzwerker und Parteilinken. Sie wollten im Wahljahr nicht für Köhler stimmen, der 2004 als Kandidat von Union und FDP angetreten war. Die SPD-Parteiführung war zunächst von der Kandidatur nicht begeistert, unterstützte sie dann aber.

Wäre die Wahl Schwans ein Signal für ein rot-rot-grünes Bündnis?
Die SPD bestreitet das vehement, weil die Präsidentenwahl eine Persönlichkeitswahl sei und nicht Ausdruck von Koalitionen.

Wie wird sich die Linkspartei verhalten?
Sie wird vermutlich im ersten Wahlgang für den eigenen, allerdings aussichtslosen Kandidaten, den Schauspieler Peter Sodann, stimmen. Im dritten Wahlgang ist nicht mehr die absolute Mehrheit erforderlich, sondern nur noch die einfache Mehrheit. Die Linke muss spätestens dann all ihre Stimmen auf die SPD-Kandidatin Schwan konzentrieren. Nur dann hätte die Politikwissenschaftlerin aus Berlin eine Chance auf das Präsidentenamt.