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05.03.2011

Guttenberg-Fans lassen nicht locker

BERLIN. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hat Vorwürfe mangelnder Solidarität mit dem zurückgetretenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der Plagiats-Affäre zurückgewiesen. «Dass wir Christdemokraten unsolidarisch gewesen wären, kann man nun wirklich nicht sagen», sagte Kauder der «Passauer Neuen Presse» (Samstag). Zugleich räumte er aber ein, dass es einige wenige Stimmen gegeben habe, «die nicht nötig gewesen wären». Guttenberg-Anhänger haben für diesen Samstag in mehreren Städten Demonstrationen angemeldet.

Bildergalerie: Karl-Theodor zu Guttenberg soll noch mehr abgeschrieben haben

CSU-Chef Horst Seehofer hatte sich über Äußerungen von Bildungsministerin Annette Schavan und Bundestagspräsident Norbert Lammert (beide CDU) empört. Schavan hatte über Guttenbergs Plagiats-Affäre gesagt, sie schäme sich als Wissenschaftlerin «nicht nur heimlich». Lammert soll den Umgang mit der Affäre als «Sargnagel» für das Vertrauen in die Demokratie bezeichnet haben.

Bildergalerie: Karl-Theodor zu Guttenberg: So kennen ihn die Deutschen

Der Chef der Jungen Gruppe von CDU/CSU im Bundestag, Marco Wanderwitz, forderte eine Klarstellung von Lammert. «Ich bitte Sie, sich von derartigen Aussagen über Karl-Theodor zu Guttenberg zu distanzieren oder sich, so diese gefallen sind, dafür zu entschuldigen», schrieb er nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung (Samstag) in einem Brief an den Parlamentspräsidenten.

Guttenberg war am Dienstag zurückgetreten. Zuvor war ihm sein Doktortitel wegen wissenschaftlicher Mängel in der Dissertation aberkannt worden.

Bildergalerie: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist zurückgetreten

Seehofer sieht seine Partei nach dem Rücktritt Guttenbergs nicht geschwächt. «Wir sind belastet durch die Turbulenzen», sagte er der «Bild am Sonntag». Die Kraft der CSU sei aber ungebrochen. Seehofer räumte ein, dass der Abgang Guttenbergs in der Plagiats-Affäre einen schmerzlichen Verlust für die CSU bedeute. «Aber wir werden jetzt nicht vor den Tatsachen resignieren.»

Fans des zurückgetretenen Verteidigungsministers wollen an diesem Samstag in mehreren deutschen Städten demonstrieren, darunter in Berlin, Hamburg, München und Köln. Allein vor dem Brandenburger Tor und auf dem Hamburger Gänsemarkt erwarten die Veranstalter nach Polizeiangaben jeweils rund 1000 Teilnehmer.

Guttenberg-Anhänger hatten zuvor die Aktion «Wir wollen Guttenberg zurück» auf der Internet-Plattform «Facebook» gestartet. Sie sprechen sich trotz der Plagiatsaffäre um Guttenbergs Doktorarbeit für ein politisches Comeback des 39-Jährigen aus. Bis Freitagmittag meldeten sich dort mehr als 500.000 Unterstützer.

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