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04.12.2012

Kommentar: Angela Merkel und die CDU

Angela Merkel bleibt nach außen ihrer konservativ-liberalen Linie treu und bekennt sich auf dem CDU-Parteitag zur schwarz-gelben Koalition. Auf den ersten Blick ist das Risiko für die Kanzlerin und wieder gekürte CDU-Vorsitzende hoch, denn der Union reicht es derzeit zusammen mit der FDP nicht zu einer Mehrheit gegen ein rot-grün-rotes Bündnis.

Aber es sind ja noch zehn Monate bis zur Bundestagswahl. In dieser Zeit kann viel passieren, nur mit einem ist nicht zu rechnen: Dass die Kanzlerin einen politischen Schwächeanfall erleidet. Streiten? Womöglich auch noch auf einem Parteitag wie jetzt in Hannover? Das kommt nicht in Frage, auch wenn es einige Zoff-Themen gegeben hätte, wie Homo-Ehe, Mütter-Renten oder die Frauen-Quote für Spitzenämter in der Wirtschaft.

Nein, bei diesem Bundestreffen der CDU ging es nicht um Kontroversen, sondern darum eine siegessichere Kanzlerin zu präsentieren. Die Loyalität zur Führung ist das A&O, um erfolgreich im Bundestagswahlkampf zu sein. Das Ziel „Machterhalt“ kann nur funktionieren mit Angela Merkel. Sie ist die CDU. Auf die Kanzlerin kommt es an. Ohne sie ist die Union eine profilschwache Vereinigung.

Merkel weiß das. Deswegen hat sie auch keine Grundsatzdiskussionen nötig. Sie zieht ihr Ding durch. Was sie tut, ist gut für die Partei, meint Angela Merkel. Und wenn es tatsächlich nicht mit der FDP klappen sollte, sind ja auch noch SPD oder gar die Grünen da. Wie gesagt: Grundsätzliches stört den Merkelschen Pragmatismus nur. Wichtig für die CDU-Vorsitzende und ihre Partei ist: Am Ende gewinnt die Machtpolitkerin Merkel.

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