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Angela Merkel will weitermachen - als CDU-Vorsitzende und als Bundeskanzlerin. 
Angela Merkel will weitermachen - als CDU-Vorsitzende und als Bundeskanzlerin.  © dpa
20.11.2016

Kommentar: Angela Merkels einzige Chance und was sie dafür ändern muss

Bundeskanzlerin Angela Merkel will wieder für den CDU-Vorsitz und das Kanzleramt kandidieren. Was muss sie ändern, wenn sie eine Chance für eine erfolgreiche Bundestagswahl haben will? Eine Antwort darauf gibt PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht im folgenden Kommentar. 

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Endlich ist die Hängepartie vorbei. Auf eine Entscheidung von Angela Merkel hat ganz Deutschland gewartet - ihre Unterstützer genauso wie ihre Gegner. Letztere werden sich ab jetzt so richtig auf sie einschießen.

Es gibt sicherlich Gründe, Angela Merkel nicht zu mögen. Man kann ihre Flüchtlingspolitik kritisieren oder sogar komplett ablehnen. Man kann sie für den Höhenflug der AfD verantwortlich machen. Man kann sich auch darüber aufregen, dass unter ihr der Staat in den Reformstau steuert. Man kann ihre Energiewende für einen irrsinnig teuren Irrtum halten. Und man kann die von ihr vorangetriebene Sozialdemokratisierung der CDU beklagen. Trotzdem gebührt ihr für den Entschluss, erneut antreten zu wollen, größten Respekt.

Angela Merkel stiehlt sich nicht aus der Verantwortung oder macht sich einfach aus dem Staub.

Ob sie allerdings wieder ins Kanzleramt gewählt wird, ist derweil fraglich. Viel hängt davon ab, ob CDU und selbstverständlich auch die CSU geschlossen hinter ihr stehen werden und sich dabei stets vergegenwärtigen, dass in den eigenen Reihen eine wirkliche Alternative zu Merkel derzeit nicht in Sicht ist.

Letztlich muss sich aber auch Merkel hinterfragen und auf ihre Kritiker zubewegen. Sie wird nicht umhin kommen, wieder stärker auf die konservative Karte zu setzen. Nicht nur in der Partei, sondern auch in der CDU-Klientel herrscht eine große Sehnsucht nach einer Rückkehr zu einem Konservatismus, der die traditionellen Werte der Union betont.

Merkels große Herausforderung wird deshalb darin bestehen, einen inhaltlichen Kurs zu finden, mit dem es gelingt, konservative Wähler zu halten, etliche zurückzugewinnen, die zur AfD abgewandert sind, und gleichzeitig die liberaleren Strömungen innerhalb der Union nicht zu ignorieren. Zugegeben: Das klingt nach der Quadratur des Kreises. Um ihre Kandidatur aber zum Erfolg zu führen, ist dies Merkels einzige Chance.

Den kompletten Kommentar lesen Sie am Montag in der Pforzheimer Zeitung oder im E-Paper auf PZ-news.

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