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PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht. Foto: Seibel
PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht. Foto: Seibel
23.09.2017

Kommentar: „Das Königsrecht der Demokraten“

Der Wahlkampf hinterließ kaum Spuren. Jetzt wird am Sonntag gewählt. Ein Kommentar von PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht.

Das war er also, der Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017. Das Fazit fällt ernüchternd aus: Zum einen hatte das Geplänkel zwischen Angela Merkel und Martin Schulz nun herzlich wenig mit Wahlkampf zu tun. Zum anderen war es eben doch so, dass der Frust mancher Bürger dazu genutzt wurde, um Hass und Hetze zu verbreiten. Mit Sicherheit bedingt aber auch das eine das andere.

Wenn an den politischen Rändern organisiert und gezielt gepöbelt wird, gehen diejenigen friedlicher miteinander um, die als Zielscheibe der verbalen Angriffe herhalten müssen. Unterm Strich leidet darunter freilich die Politik insgesamt, weil beides – sowohl das Gepöbel als auch das Gekuschel – den demokratischen Wettstreit um die besten politischen Rezepte behindert und lähmt.

Dass dies wiederum das Wahlverhalten beeinflusst, liegt auf der Hand. Fatal wäre es aber, wenn sich dadurch Bürger davon abhalten ließen, überhaupt zur Wahl zu gehen. Jeder, der über die Politik motzt, soll doch bitte seiner Unzufriedenheit an der Wahlurne Ausdruck verleihen. Und diejenigen, die sich für die Zukunft des Landes interessieren, die das Vertrauen in die Politik noch nicht verloren haben – und das ist nach wie vor die große Mehrheit der Bürger –, müssen ohnehin zur Wahl gehen. Am Ende lässt es sich auch mit Worten von Noch-Bundestagspräsident Norbert Lammert sagen: „Nehmen Sie das Königsrecht der Demokraten so ernst, wie es ist... Die Demokratie steht und fällt mit dem Engagement der Bürger.“ Also, morgen einmal König sein und mitbestimmen, wer künftig regieren soll.

Das ist Ihr gutes Recht!

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Bundestagswahl 2017: Der Wahlkampf war ...

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zyninimus
23.09.2017
Kommentar: „Das Königsrecht der Demokraten“

Wie, bitteschön soll man an der Wahlurne seinen Protest zum Ausdruck bringen? Wo ist die Wahlmöglichkeit bei sechs neoliberalen Parteien und einer Linken der noch das Staatstotalitäre anhaftet - befördert auch durch die Altparteien. Die Möglichkeit der Wähler sind beschränkt dem Land durch die Wahl eine Richtung zu geben. Wo es lang geht in diesem Land, in Europa und der gesamten westlichen Welt bestimmen ganz Andere, undemokratische Kräfte die mit ihrer Kapital- und Wirtschaftskraft die ...... mehr...