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Thomas Satinsky, geschäfsführender Verleger der „Pforzheimer Zeitung“. Foto: Seibel
Thomas Satinsky, geschäfsführender Verleger der „Pforzheimer Zeitung“. Foto: Seibel
04.08.2017

Kommentar: Das Schweigen der Kanzlerin

Ist Angela Merkel bei den Wahlen überhaupt noch zu schlagen? Ein Kommentar von Thomas Satinsky, geschäfsführender Verleger der „Pforzheimer Zeitung“.

Umfrage

Sollte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Diesel-Affäre endlich zu Wort melden?

Ja 62%
Nein 18%
Mir egal 20%
Stimmen gesamt 564

Gelassen urlaubt die Kanzlerin in Südtirol. Währendessen redet man sich in Deutschland die Köpfe um die Diesel-Autos heiß. Die Diesel-Diskussion nimmt mitunter die typisch deutschen hysterischen Züge an – so wie dies bereits bei der Energiewende der Fall war.

Richtig ist, dass sich die Automobilindustrie durch Lügen und Betrügen ihren Imageverlust selbst zuzuschreiben hat. Wahr ist aber auch, dass der Großteil deutscher Diesel-Fahrzeuge ordnungsgemäß zugelassen ist. Und mit der Softwarelösung ist immerhin ein Anfang der Verbesserung gemacht worden. Dies sollte man nicht kleinreden – schon gar nicht in einem Land, das zu großen Teilen vom Auto lebt! Aber Angela Merkel lässt sich den Urlaub nicht verderben und schweigt erst einmal.

Dabei könnte sie sagen, dass die Steuereinnahmen sprudeln wie selten zuvor, dass die Arbeitslosigkeit stetig sinkt und dass die Wirtschaft brummt. Aber diese Erfolgsmeldungen werden eben auch überschattet durch Reizthemen, die der Kanzlerin im Blick auf die herbstlichen Bundestagswahlen noch gefährlich werden könnten. Ganz oben auf der Risiko-Skala rangiert der Glaubenskampf um den Diesel. Eine Umwelt-bewegte Wählerschaft ist verunsichert durch Abgas-Betrügereien und drohende Fahrverbote.

Nicht minder brisant sind die zirka 90.000 Flüchtlinge, die in diesem Jahr übers Mittelmeer nach Süditalien kamen. Deren EU-weite faire Verteilung funktioniert in keinster Weise. Ein Schwelbrand für die Kanzlerin. Und dann ist da noch die Angst vor Anschlägen und Terror.

Terror, Flüchtlinge und Diesel – das sind die heißen Themen der Regierungschefin Merkel. Bleibt es an diesen Fronten einigermaßen ruhig, wird die Dauerkanzlerin wieder gewählt werden. Wenn Angela Merkel dort allerdings Schwächen zeigt, könnte noch etwas gehen für ihren SPD-Gegenspieler Martin Schulz.

Den ganzen Kommentar lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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