nach oben
Der Begriff "Nafri" für Nordafrikaner in dem umstrittenen Tweet der Polizei Köln vom Silvesterabend. Foto: Martin Gerten
Der Begriff "Nafri" für Nordafrikaner in dem umstrittenen Tweet der Polizei Köln vom Silvesterabend. Foto: Martin Gerten
03.01.2017

Kommentar: Debatte um "Nafris"-Polizeieinsatz in der Silvesternacht

PZ-Chefredakteur Magnus Schlecht kommentiert den Silvestereinsatz der Polizei in Köln und anderswo, bei dem das intern von der Polizei für Nordafrikanischer verwendete Kürzel "Nafris" für Rassismus-Vorwürfe sorgte.

Um es sarkastisch zu sagen: 2017 muss wirklich ein sensationell gutes Jahr für Deutschland werden. Offensichtlich haben wir gleich zu Beginn des Jahres keine größeren Probleme, als uns über den Begriff „Nafri“ zu streiten. Nur um es nochmals in Erinnerung zu rufen: Das Grauen der Silvesternacht 2015 in Köln wurde hauptsächlich von Nordafrikanern verursacht – bedingt durch das eklatante Versagen der Polizeibehörden und der Beamten vor Ort. Diese Nacht hat Deutschland verändert. Und wie war es diesmal? Die Polizei hat aus ihren Fehlern gelernt.

Sie war gut vorbereitet, hat ein Großaufgebot an Polizisten gestellt und es dadurch geschafft, dass die Nacht vor dem Kölner Dom ohne größere Zwischenfälle über die Bühne ging. Kurzum: Die Polizei hat in Köln, aber auch in anderen Städten der Republik, einen richtig guten Job gemacht. Das war auch bitter nötig, wenn man bedenkt, dass sich wieder Hunderte Männer aus den Maghreb-Staaten, deren Aggressionspotenzial die Polizei teilweise irritierte, in der Nähe des Doms versammelt oder auf den Weg dorthin gemacht hatten.

Wer sich nun darüber aufregt, dass diese Männer von der Polizei abgekürzt „Nafris“ genannt werden und den Beamten „Racial Profiling“, also die Überprüfung allein aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit vorwirft, will wohl drei Dinge nicht einsehen.

Erstens: Der Einsatz eines polizeilichen Großaufgebots lässt sich nicht unter Berücksichtigung politisch korrekter Wortdeutungen organisieren. Zweitens: Männer aus den Maghreb-Staaten stellen selbst in der offiziellen Kriminalstatistik ein sehr auffälliges Problem dar. Und drittens: Der Rechtsstaat hat in der Silvesternacht endlich konsequent gehandelt. Gut möglich, dass es auch in Zukunft Einsätze dieser Art wird geben müssen, um das Recht auf innere Sicherheit zu garantieren. Und das ist richtig so.

Ihre Meinung zum Kommentar an: magnus.schlecht@pz-news.de

Umfrage

Lässt die Politik die Polizei im Regen stehen?

Nein 3%
Ja 92%
Nur gelegentlich 5%
Stimmen gesamt 661