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Thomas Satinsky, Geschäftsführender Verleger des PZ-Medienhauses
Thomas Satinsky, Geschäftsführender Verleger des PZ-Medienhauses © Seibel
27.05.2016

Kommentar: Österreich ist nahe - auch unsere Gesellschaft wird radikaler

Die Augen hat man sich gerieben, den Kopf geschüttelt und ist dann schnell zur Tagesordnung übergegangen. Dabei ist uns Österreich so nahe. Ein Kommentar von Thomas Satinsky, geschäfsführender Verleger der "Pforzheimer Zeitung".

In Österreich fand politisch Wegweisendes statt. Beinahe wäre ein Rechtspopulist Präsident geworden. Österreich zeigt eine eindeutige Tendenz, die auch für andere europäische Staaten wie Deutschland gilt: Der Graben zwischen Gewinnern und Verlierern einer digitalisierten und schnelllebigen Welt wird immer breiter und tiefer.

Die Folge ist dramatisch: eine in immer größeren Teilen polarisierte und radikalisierte Gesellschaft - auch in Deutschland. Viele glauben „denen da oben“ - gemeint sind die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD - nicht mehr.

Wir bieten Millionen von Menschen aus bitterarmen und rückständigen Regionen dieser Welt eine Bleibe und bezahlen dafür hohe Milliardensummen. Sinnvoller für unsere Gesellschaft wäre doch, Menschen, die in unser Land passen, eine faire Arbeits-Chance zu geben - nach dem Prinzip fördern und fordern. Doch was tun wir? Deutschland setzt sich moralisch unter Druck und verkauft der eigenen Bevölkerung die Aufnahme der ungelernten und nicht qualifizierten Zuwanderer als ein Programm für künftigen Wohlstand.

Die bislang wohlhabende Mittelschicht verliert mehr und mehr an Boden. Die Angst um ein würdiges Leben im Alter geht um. Von wegen, die Renten sind sicher! Parallel dazu steigen die Sozialausgaben von Städten wie Pforzheim so an, dass kein Geld mehr bleibt für die dringend nötige Instandsetzung von Schulen, Turnhallen und Bädern. Dies ist der Nährboden für radikale Parteien.

Einen guten Teil der Schuld daran trägt die Große Koalition in Berlin. Sie marschiert weiter planvoll in die falsche Richtung. Österreich lässt grüßen.

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