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Der geschäftsführende Verleger der Pforzheimer Zeitung, Thomas Satinsky.
Der geschäftsführende Verleger der Pforzheimer Zeitung, Thomas Satinsky. © PZ
08.09.2017

Kommentar: Wie sich die Grünen selber aufs Abstellgleis manövrieren

Die Grünen dürfen sich nicht verändern. Diesen Eindruck muss bekommen, wer politische Diskussionen verfolgt.

Umfrage

Wären die Grünen nach der Bundestagswahl weiterhin besser in der Opposition aufgehoben?

Ja 76%
Nein 24%
Stimmen gesamt 516

Die SPD hat sich vom sozialistischen Arbeiterverein zu einer Bürgerpartei gemacht, die Union verabschiedete sich von der biederen Helmut-Kohl-Ära und die FDP redet nicht nur noch von Steuersenkungen, aber den Grünen will man nicht zugestehen, dass sie keine Anti-Bewegung mehr sind, sondern zum Parteien-Establishment gehören. Daran ändert auch nichts, dass die einstige Öko-Partei Rebellentum und Mitverantwortung in Regierungen nicht immer unter einen Hut bekommt. Die Grünen sind in der politischen Realität angekommen. Dass es in der Partei auseinanderdriftende Pole gibt mit dem Realo Winfried Kretschmann und dem Fundi Anton Hofreiter ist Beleg für eine ausgeprägte innerparteiliche Meinungskultur.

Andererseits ist es problematisch, mit einer um Identität und klaren Kurs ringenden Partei zu koalieren. Rechnerisch wäre derzeit auf Bundesebene die Jamaika-Koalition „Schwarz-Gelb-Grün“ möglich. Dagegen wehrt sich aber die FDP, der gelbe Block. Für Spitzenkandidat Christian Lindner sind die Grünen ein unsicherer Kantonist. Also läuft dann doch wieder alles auf die GroKo, die Fortsetzung der Liaison von Union und SPD heraus? Für einen Teil der Grünen um Anton Hofreiter wäre dies sicherlich die beste Variante.

Denn dann könnte man weiter in Opposition machen, sich mit progressiver Minderheitenpolitik im linken Meinungsspektrum festsetzen und an die guten alten Zeiten anknüpfen, zu denen man dem spießigen Kleinbürgertum einheizte. Aber ist es wirklich das, was die Grünen stark machen würde und sie weiter zu einer Ernstzunehmenden politischen Kraft stärken würde? Gehören antibürgerliche Programme heutzutage zu einer europäischen Gesellschaft, die wahrlich andere Probleme hat als krude Kapitalismus-Kritik oder dem Anprangern von Staat und Eliten?

Die Grünen wären gut beraten, sich auf eine moderne Klima- und Energiepolitik zu konzentrieren. Diese müssten sie beherrschen, aufgrund des „Lebenslaufes“ der einstigen Umweltschutz-Partei. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann wäre genau der richtige Mann, um diesen neuen Weg vorzugeben. Er hat erkannt, dass Klimaschutz ohne die Milliarden Euro an Steuern aus der Autoindustrie nicht funktionieren wird. Dass es also darum gehen muss, ein gesamtwirtschaftliches Konzept zu entwickeln und nicht als Dagegen-Partei anzutreten. Mit dem rückwärtsgewandten Hofreiter oder einer fundamental-oppositionellen Claudia Roth wird dieser Pragmatismus nicht durchzusetzen sein. Dann halt doch weiter ermüdend diskutieren und streiten. Die Grünen verpennen gerade ihre Zukunft.

Isis
09.09.2017
Kommentar: Wie sich die Grünen selber aufs Abstellgleis manövrieren

Die Grünen braucht keine Sau. Schuldig gemacht ham se sich an Hartz IV. Distanzieren tun se sich auch nicht. Und das Personal ist grauslich!!! mehr...

Die Dame
09.09.2017
Kommentar: Wie sich die Grünen selber aufs Abstellgleis manövrieren

Aber die SPD hat sich mehr schuldig gemacht.Braucht auch keinene Sau.:mad: mehr...