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Thomas Satinsky, geschäftsführender PZ-Verleger.
Thomas Satinsky, geschäftsführender PZ-Verleger. © Seibel
09.02.2018

Kommentar zur Merkel-Demontage: Nach Koalitionsvertrag kommt CDU-Kritik an der Chefin

Nach dem Koalitionsvertrag kommt nun aus der CDU Kritik an der Chefin. Beginnt jetzt die Demontage von Bundeskanzlerin Angela Merkel? Die Antwort gibt ein Kommentar von Thomas Satinsky, Geschäftsführender Verleger des PZ-Medienhauses.

Hat nun der Aufstand der Zwerge begonnen in der CDU? Alles macht den Anschein, denn es rumort von unten. Abgeordnete melden sich zu Wort, von denen noch nie etwas in der politischen Debatte zu hören war. Sie könnten die Vorreiter sein, die das Ende von Angela Merkels Allmacht einläuten. Denn die Kritik an der Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden ist deutlich und sie ist fundiert. Angela Merkel hat bei den Koalitionsverhandlungen einen Hofknicks vor der SPD gemacht. Das für die Union so wichtige Finanzministerium ging an die Sozialdemokraten und die Zahl der SPD-Ministerien an sich ist zu hoch geraten.

In der Politik – ganz besonders in der parteipolitischen Kaste – geht es oft um Pöstchen und Posten, letztlich um berufliche Existenzen und Geld. Schlechte Wahlergebnisse bedeuten weniger Mandate und damit auch das Ende von Karrieren. Dafür werden am Ende die Parteivorsitzenden und Spitzenkandidaten verantwortlich gemacht – im Fall der CDU natürlich Angela Merkel.

Allein deswegen könnte das politische Ende der wichtigsten Polit-Chefin der Welt gekommen sein, nicht, weil eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger gegen die Kanzlerin ist. Zwar wurde die Kritik aus der Gesellschaft an Angela Merkel immer lauter, aber dennoch hält sie eine Mehrheit des Volkes immer noch für die beste Regierungschefin.

Die Christdemokraten wandeln nun auf den Spuren der SPD und demontieren ihre Vorsitzende. Zugegeben, die CDU braucht Erneuerung – auch an der Spitze. Aber es ist doch unsinnig und strategisch einfältig, dies nach zähen Koalitionsverhandlungen zu tun, die mit Ach und Krach zu einem Ergebnis gekommen sind. Im Sinne Deutschlands und der Union wäre es besser, die Kanzlerin zu stärken und das Fundament für einen vernünftigen personellen Übergang zu schaffen, den übrigens auch die SPD nötig hat.

Doch der Erosionsprozess der Merkelschen Kanzlerinnenschaft wird nun nicht mehr aufzuhalten sein. Sie spürt dies, vom Kampf gegen den drohenden Machtverlust ist nichts zu merken. Vielleicht erinnert sich die Kanzlerin auch an ihren Ziehvater Helmut Kohl, den sie persönlich mit einem vernichtenden Zeitungsbeitrag aus dem Amt gejagt hatte. Kohl setzte seinerzeit alles daran, den CDU-Vorsitz zu behalten. Er verbiss sich nahezu in den Machterhalt. Das Resultat ist bekannt. Die Demontage seiner historischen Leistungen dauert noch heute – nach seinem Tod – an.

Angela Merkel möchte ihre politische Karriere nicht unter Zwang beenden. Sie hat dies auch nicht verdient. Denn sie war es, die ihre Partei wieder stabilisiert hat. Ihr haben die Christdemokraten viel zu verdanken. Dies sollten jene Damen und Herren der CDU nicht vergessen, die jetzt aus der Deckung kommen und am Stuhl der Angela Merkel sägen.

Umfrage

Wird sich Angela Merkel als CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin bis zum Ende der Amtsperiode halten?

Ihre Meinung zum Kommentar senden Sie bitte per E-Mail an thomas.satinsky@pz-news.de

Isis
10.02.2018
Kommentar zur Merkel-Demontage: Nach Koalitionsvertrag kommt CDU-Kritik an der Chefin

Diese verbrauchte, alte Frau kriegen wir nur noch los, indem sie in der Zwangsjacke abgeführt wird. mehr...

helmut
10.02.2018
Kommentar zur Merkel-Demontage: Nach Koalitionsvertrag kommt CDU-Kritik an der Chefin

[QUOTE=Isis;295276]Diese verbrauchte, alte Frau kriegen wir nur noch los, indem sie in der Zwangsjacke abgeführt wird.[/QUOTE] Oder man hätte Schulz zum Kanzler gewählt. Empfohlen hatte er sich zur Genüge. Wohin man auch hört. Alle wollen "Merkel weg". Wenn es zur Exekution kommt ziehen alle den Schwanz ein. Dann hätten wir zwar keinen Schulz als Kanzler bekommen sondern Andrea Nahles. mehr...

Isis
10.02.2018
Kommentar zur Merkel-Demontage: Nach Koalitionsvertrag kommt CDU-Kritik an der Chefin

Oder man hätte Schulz zum Kanzler gewählt. Empfohlen hatte er sich zur Genüge. Wohin man auch hört. Alle wollen "Merkel weg". Wenn es zur Exekution kommt ziehen alle den Schwanz ein. Dann hätten wir zwar keinen Schulz als Kanzler bekommen sondern Andrea Nahles.[/QUOTE Wieso kann Deutschland auch nicht EINmal von anderen Ländern lernen??? Sogar USA und Argentinien sind so schlau: nach 2 x 4 Jahren ist Schluß. Oder: muß der Bu-Prä bis zum Grab versorgt werden? Mit allem Proporz wie ...... mehr...

powertrommeln rudi
10.02.2018
Kommentar zur Merkel-Demontage: Nach Koalitionsvertrag kommt CDU-Kritik an der Chefin

[QUOTE=Isis;295276]Diese verbrauchte, alte Frau kriegen wir nur noch los, indem sie in der Zwangsjacke abgeführt wird.[/QUOTE] Keine Panik! Die Frau ist in vier Jahren so alt, dass es kaum anzunehmen ist, dass Sie nochmal antritt. Also durchhalten.:D PS.: Außerdem ist es kaum vorstellbar, dass @Isis mit Kramp-Karrenbauer, Julia Klöckner, von der Leyen oder Jens Spahn und wie sie alle heißen, glücklich wäre. Das Bellen würde sich kaum ändern. mehr...