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Frauke Petry.
Frauke Petry. © dpa
25.09.2017

Konflikt in AfD eskaliert - Petry geht nicht in Fraktion

Paukenschlag unmittelbar nach der Bundestagswahl: Die erfolgreiche AfD macht ihre internen Spannungen für alle offensichtlich. Steht eine Spaltung der Partei bevor?

Berlin (dpa) - Unmittelbar nach ihrem Erfolg bei der Bundestagswahl sind die innerparteilichen Konflikte in der AfD eskaliert.

Die Vorsitzende Frauke Petry will der Fraktion ihrer Partei nicht angehören. Das sagte sie am Montag in Berlin und verließ eine gemeinsame Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland. Petry konnte in ihrem sächsischen Wahlkreis ein AfD-Direktmandat erringen.

Co-Parteichef Jörg Meuthen entschuldigte sich für das Verhalten Petrys. «Das ist auch mit uns nicht abgesprochen gewesen», sagte er. Der Vorgang zeige, dass die AfD auch «ein gäriger Haufen» sei.

Zuvor hatte Meuthen Petry heftig attackiert. Dass sie sich in öffentlichen Äußerungen wiederholt von den beiden Spitzenkandidaten distanziert habe, sei «wenig hilfreich» gewesen und «nicht hinnehmbar», sagte er.

Die AfD hatte am Sonntag 12,6 Prozent der Stimmen erhalten und stellt 94 Abgeordnete . Sie bildet damit die drittgrößte Fraktion im Parlament. Meuthen ist Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg. Er hatte nicht für den Bundestag kandidiert.

Bevor sie die Pressekonferenz verließ, erhob Petry für die AfD den Anspruch, sich auf eine Regierungsübernahme 2021 vorzubereiten. Spitzenkandidatin Weidel kündigte eine «konstruktive Oppositionsarbeit» an. Die AfD werde künftig die Bundesregierung kontrollieren, was in den letzen vier Jahren praktisch nicht stattgefunden habe. Bestes Beispiel dafür sei die Flüchtlingspolitik.

Gauland warf Union und SPD vor, sie seien unfähig gewesen, das Land vernünftig zu regieren. «Wir wollen eine klare Opposition im Bundestag sein», sagte er.

Die Grünen-Politikerin Claudia Roth forderte einen strengen Umgang mit der AfD im Parlament. «Der Bundestag ist kein Jagdrevier einer rechtsradikalen Partei, sondern verdient Respekt», sagte sie am Montag dem Bayerischen Rundfunk. Man müsse einschreiten, wenn Angst und Hass im Bundestag verbreitet würden.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, relativierte unterdessen das starke Ergebnis der AfD. «Fakt ist, dass am Ende des Tages knapp 87 Prozent der Bevölkerung andere Parteien gewählt haben», sagte Schuster am Montagmorgen dem Sender SWR2. Unterschätzen dürfe man die rechtsnationale Partei aber nicht.

Detlef von Seggern
25.09.2017
Konflikt in AfD eskaliert - Petry geht nicht in Fraktion

Der Wähler hat entschieden. Aber das die AfD - Spitzen sich gleich am ersten Tag, nach diesem triumphalen Wahlerfolg gleich wieder in die Haare bekommen, sagt doch einmal wieder alles aus, über den "Zusammenhalt" innerhalb dieser Partei. Hat man denn nichts gelernt aus dem Niedergang der NPD wie auch den Republikanern, obwohl diese nur in dem einen wie anderen Landesparlament vertreten waren? "Der übliche Zwist", in einer rechten Partei. Die lachenden dritten sind diesbezüglich die etablierten ...... mehr...

Weltenbummler
25.09.2017
Konflikt in AfD eskaliert - Petry geht nicht in Fraktion

Halali, die Gauland-Jagd der Rechtsradikalen ist eröffnet. Nach Lucke ist die Petry das nächste Opfer. Mal sehen, wer dann von den "Gemäßigten" dran kommt.:cool: mehr...

nanos
25.09.2017
Konflikt in AfD eskaliert - Petry geht nicht in Fraktion

Der Lucke war ihr nicht radikal genug, Gauland und Weidel sind ihr zu radikal. Die Wohlfühlzone von Frau Petry in dieser Partei scheint sehr eng bemessen zu sein. Wahrscheinlich fühlt sie sich überhaupt nur wohl, wenn sie das Sagen in der Partei hat. Der unbedingte Parteigehorsam in der Merkel- CDU ist zwar ein Graus. Aber eine Partei von Egozentrikern, wo jeder seine eigenen Maßstäbe verwirklicht sehen will, kann natürlich auch nicht lange Bestand haben. mehr...

Störtebeker
25.09.2017
Konflikt in AfD eskaliert - Petry geht nicht in Fraktion

Nachdem die FDP 2009 in den Bundestag einzog gab es auch in dieser Legislaturperiode ständig personelle Probleme die von den Medien genüsslich aufgenommen wurden. Die Weinkrämpfe der Betroffenheitsbeauftragten Claudia Roth sind in der Regel kein mediales Ereignis mehr.... mehr...