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Nach dem Lindner-Rücktritt wird Kritik an der FDP-Führung laut.
Nach dem Lindner-Rücktritt wird Kritik an der FDP-Führung laut. © DPA
15.12.2011

Nach Lindner-Rücktritt Kritik an FDP-Führung

Berlin (dpa) - Nach dem überraschenden Rücktritt von FDP-Generalsekretär Christian Lindner wird in der Partei die Kritik an der Führung wieder lauter. Der FDP-Fraktionschef im nordrhein-westfälischen Landtag, Gerhard Papke, bedauerte den Rücktritt von Lindner und forderte Parteichef Philipp Rösler zu mehr Durchsetzungskraft in der Bundesregierung auf. «Wir brauchen klarere Kante gegenüber der Union. Und das ist vor allem Aufgabe des Parteichefs und Vizekanzlers», sagte Papke der «Financial Times Deutschland» (Donnerstag).

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Baden-Württembergs ehemaliger Justizminister Ulrich Goll (FDP) erklärte die «Boygroup» um Parteichef Rösler für gescheitert. «Christian Lindner gibt letzten Endes auf, weil er sieht, dass er seine Ziele nicht erreicht hat. Das gilt nicht nur für ihn allein», sagte Goll der «Stuttgarter Zeitung» (Donnerstag). Die «Boygroup» habe nicht Fuß gefasst. «Deswegen meine ich schon, dass man in Zukunft einen Mix suchen sollte zwischen jüngeren und erfahrenen Politikern.» Nun biete sich die Chance, die Dinge nochmals zu ändern. «Es ist die letzte Chance für Philipp Rösler.»

Gudrun Kopp (FDP), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, sagte der «Neuen Westfälischen» (Bielefeld/Donnerstag), es sei «alles andere als hilfreich» gewesen, dass Rösler den Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm ESM vor Ablauf der Abstimmungsfrist für gescheitert erklärt habe. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses an diesem Freitag müsse es so sein, «dass wir alle gemeinsam für eine Position stehen».

Der noch am Mittwochabend von Rösler als neuer Generalsekretär präsentierte Patrick Döring räumte in den ARD-«Tagesthemen» ein, dass die FDP in einer schwierigen Lage sei. Die Partei brauche Stabilität und Solidität, sagte der bisherige Schatzmeister. Sein vertrauensvolles Verhältnis zu Rösler sei Voraussetzung für eine neue Geschlossenheit, die die Partei nach dem Mitgliederentscheid dringend brauchen werde. «Wichtig ist, egal wie es ausgeht, dass die FDP wieder mit einer Stimme wahrgenommen wird und geschlossen in die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner eintritt», sagte er.

Der Parteivize Holger Zastrow erklärte zur Nominierung Dörings: «Der Parteivorsitzende hat mit der schnellen Nominierung Entschlossenheit und Handlungsfähigkeit bewiesen.» Rösler habe eine gute Wahl getroffen. «Die "Abteilung Attacke" der FDP hat mit einem Generalsekretär Patrick Döring ein neues, frisches Gesicht.»

Lindner war am Mittwoch ohne nähere Begründung zurückgetreten. «Es gibt den Moment, in dem man seinen Platz frei machen muss, um eine neue Dynamik zu ermöglichen», sagte der 32-Jährige. Sein Verhältnis zu Parteichef Philipp Rösler galt seit längerem als angespannt.

Auch die Parteiführung war nach Angaben von Entwicklungsminister und FDP-Präsidiumsmitglied Dirk Niebel nicht über die Rückzugspläne informiert. «Wir waren alle überrascht», sagte er am Mittwochabend in der ARD-Sendung «Anne Will». Es habe in letzter Zeit mehr Kritik gegeben und es sei nicht alles so gelaufen, wie man es sich gewünscht hätte. «Aber wir haben nicht damit gerechnet, dass Christian Lindner das Handtuch wirft, schon gar nicht zu diesem Zeitpunkt», sagte Niebel.

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