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Nach dem blamablen Aus bei der Fußball-WM reißt die Kritik an Joachim Löw nicht ab. Auch der frühere Kapitän Philipp Lahm rät dem Bundestrainer zu Veränderungen.
Nach dem blamablen Aus bei der Fußball-WM reißt die Kritik an Joachim Löw nicht ab. Auch der frühere Kapitän Philipp Lahm rät dem Bundestrainer zu Veränderungen. © dpa/PZ
13.07.2018

News to go: Falscher Führungsstil – Philipp Lahm kritisiert Löw

Aus Sicht von Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm muss sich Bundestrainer Joachim Löw weiterentwickeln und nach dem Vorrunden-Aus bei der Fußball-WM seinen kollegialen Führungsstil der vergangenen Jahre ändern. «Er muss eine Kultur strafferer, klarerer Entscheidungen etablieren, als er selbst das gewohnt war», schrieb Lahm in einem Beitrag für das Portal linkedin.com. Der langjährige Nationalspieler darf am Sonntag den WM-Pokal vor dem Finale zwischen Frankreich und Kroatien präsentieren und symbolisch nach vier Jahren zurückgeben: «Wir geben den Stolz an den Sieger weiter.»

Trump attackiert Mays Brexit-Strategie

Donald Trumps Gepolter beim Nato-Gipfel scheint nicht genug gewesen zu sein. Passend zum Besuch in Großbritannien knüpft sich der US-Präsident nun Premierministerin Theresa May und deren Brexit-Strategie vor.

Im Gespräch mit der Boulevard-Zeitung «The Sun» droht er ihr nicht nur mit dem Scheitern eines möglichen Handelsabkommens zwischen Großbritannien und den USA. Trump lobt auch den kürzlich zurückgetretenen Außenminister Boris Johnson - einen Rivalen Mays. Dieser «wäre ein großartiger Premier», seinen Rücktritt habe er mit «großem Bedauern» zur Kenntnis genommen. Heute trifft Trump die Queen in Windsor - und May auf dem Landsitz Chequers.

Schlagzeilen der Nacht

Trump attackiert Mays Brexit-Strategie
Von der Leyen bewertet Nato-Gipfel als erfolgreich
Große Koalition: Heil stellt Rentenpläne vor
• Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Giftexporte
Frankreich nimmt «Aquarius»-Flüchtlinge auf
China: 19 Tote nach Explosion in Industriepark
• Explosion in Chemiefabrik erschüttert Flughafen Kairo

Zahl der Nacht

78

Frankreich hat 78 Flüchtlinge aufgenommen, die mit dem Rettungsschiff «Aquarius» Mitte Juni ins spanische Valencia gebracht worden waren. Insgesamt hatte das Schiff damals mehr als 600 aus dem Mittelmeer Gerettete an Bord. Italiens neuer Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Partei Lega hatte dem Schiff zuvor die Einfahrt in einen italienischen Hafen verweigert. Daraufhin bot sich Spanien an, wo die Menschen schließlich an Land gehen durften.

Zitat der Nacht

"Auf Amerika ist unter Trump kein Verlass. Er gibt dem nordkoreanischen Diktator eine Bestandsgarantie und will gleichzeitig in Deutschland einen Regimewechsel. Das können wir uns schwer bieten lassen."
(Nach dem Nato-Gipfel wirft Ex-Außenminister Sigmar Gabriel dem US-Präsidenten Donald Trump im «Spiegel»-Interview vor, auf einen «Regimewechsel» in Deutschland hinzuwirken.)

Top-Themen des Tages

Arbeitsminister Heil stellt Pläne für Rentenreform vor

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) stellt um 11.00 Uhr seine Pläne für eine Rentenreform vor. Nach seinen bisherigen Ankündigungen sind mit diesem ersten Rentenpaket unter anderem Verbesserungen bei der Mütterrente geplant. Vorgesehen ist zudem eine Besserstellung von Erwerbsminderungsrentnern. Geringverdiener sollen bei den Sozialbeiträgen entlastet werden.

Trump trifft sich mit May und Queen - große Proteste erwartet

Für den zweiten Tag des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in Großbritannien wird mit Protesten im ganzen Land gerechnet. Londons Bürgermeister Sadiq Khan rief dazu auf, friedlich zu bleiben. Die Initiative «Stop Trump» erwartet allein in London etwa 100 000 Teilnehmer. Auf dem Programm stehen für Trump Treffen mit Premierministerin Theresa May und Queen Elizabeth II. - um die britische Hauptstadt macht er dabei weitgehend einen Bogen.

Entwicklung im Fall Puigdemont

Wegen der Entscheidung der deutschen Justiz zur Auslieferung des katalanischen Separatistenführers Carles Puigdemont an Spanien wollen dessen Anwälte nach Karlsruhe ziehen. Nach dem Urteil des schleswig-holsteinischen Oberlandesgerichts (OLG) darf Puigdemont in Spanien nur wegen Veruntreuung belangt werden, nicht wegen Rebellion. Medienberichten zufolge will das Oberste Gericht in Spanien dies nicht hinnehmen und den Europäischen Haftbefehl deshalb zurücknehmen.

Gruppenvergewaltigungen: Prozess gegen fünf Angeklagte beginnt

Ein Prozess um Vergewaltigungen von Schülerinnen durch eine Gruppe junger Männer im Ruhrgebiet beginnt um 09.00 Uhr am Essener Landgericht. Die fünf Angeklagten im Alter von 17 bis 24 Jahren sollen in unterschiedlicher Beteiligung insgesamt sieben Schülerinnen sexuell genötigt haben. Laut Staatsanwaltschaft verabredete sich jeweils ein Mitglied der Gruppe mit einem Mädchen. Dann seien weitere junge Männer scheinbar zufällig dazugekommen. Mit einem Auto sei man durch die Stadt gefahren und habe dem Opfer das Handy abgenommen, bevor es an entlegenen Orten zu Vergewaltigungen gekommen sei.

Kroatien startet Vorbereitung auf WM-Finale gegen Frankreich

Mit einem Training auf dem Gelände des Moskauer Luschniki-Stadions stimmt sich Kroatiens Fußball-Nationalmannschaft allmählich auf das WM-Finale gegen Frankreich ein. Die Franzosen trainieren zwei Tage vor dem Endspiel in der russischen Hauptstadt hinter verschlossenen Türen. Die Halbfinal-Verlierer Belgien und England bereiten sich derweil auf ihren letzten WM-Auftritt in Russland vor. FIFA-Präsident Gianni Infantino will auf einer Pressekonferenz eine WM-Bilanz aus Sicht des Fußball-Weltverbandes ziehen.

Außerdem interessant

• Im Prozess um den jahrelangen Missbrauch eines Kindes aus der Nähe von Freiburg will das Landgericht die Beweisaufnahme beenden (09.00 Uhr).
• Das Landgericht Stuttgart entscheidet um 11.00 Uhr über die Frage, ob der Zulieferer Bosch bei der juristischen Aufarbeitung des VW-Diesel-Skandals die Herausgabe von Unterlagen verweigern darf.
• Der Aufsichtsrat der Berliner Flughäfen befasst sich ab 10.00 Uhr mit Geldfragen und Personalentscheidungen.
• Frankreichs Premierminister Édouard Philippe stellt einen neuen Aktionsplan gegen Terrorismus vor.
• Strafmaßverkündung im Fall des Aufrufs zu einem Anschlag auf Prinz George.
• In Südafrika wird das bisher größte und stärkste Radioteleskop der südlichen Hemisphäre eingeweiht.
• Bei der 105. Tour de France geht es auf die längste Etappe der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt - von Fougères nach Chartres.
• In Wimbledon steht das Halbfinale der Herren auf dem Programm.

Blick zurück

Heute vor ...

• 10 Jahren wird in Paris die Mittelmeerunion gegründet. Ihr gehören die damals 27 EU-Staaten, zwölf Mittelmeer-Anrainer sowie Jordanien, Mauretanien und die Palästinensische Autonomiebehörde an.
• 15 Jahren erklärt Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) das Waldsterben in Deutschland für gestoppt. In einem Interview empfiehlt sie den Bürgern einen Waldspaziergang.
• 20 Jahren wird in Baden-Württemberg eine muslimische Lehrerin nicht in den öffentlichen Schuldienst übernommen, weil sie ein Kopftuch tragen will. Das Bundesverfassungsgericht spricht sich 2015 gegen ein generelles Kopftuchverbot aus.

Geburtstag haben heute

• Roberto Martínez (45), spanischer Fußballtrainer, seit 2016 Coach der belgischen Nationalmannschaft
• Catherine Breillat (70), französische Schauspielerin und Regisseurin («Meine Schwester»)
• Michael Verhoeven (80), deutscher Filmregisseur und -produzent («Das schreckliche Mädchen»)