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Freunde werden sie wohl nicht mehr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (rechts) hat als Revanche Strafzölle auf zahlreiche US-Produkte verhängt. US-Präsident Donald Trump scheint das wenig zu beeindrucken.
Freunde werden sie wohl nicht mehr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (rechts) hat als Revanche Strafzölle auf zahlreiche US-Produkte verhängt. US-Präsident Donald Trump scheint das wenig zu beeindrucken. © dpa/Fotolia/Dietz
27.06.2018

News to go: Streit zwischen Trump und Erdogan lähmt die Türkei

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan keilt gegen die USA zurück. Als Revanche hat er Strafzölle auf zahlreiche US-Produkte verhängt. Der Präsident will Unbeugsamkeit im Streit um einen in der Türkei wegen Terrorvorwürfen inhaftierten amerikanischen Pastoren demonstrieren.

Auch wenn sich die türkische Lira nach dem Absturz an den Devisenmärkten ein bisschen stabilisiert hat, sind die Gefahren für die Wirtschaft nicht gebannt. Da hilft es schon, dass Katar ankündigt, 15 Milliarden US-Dollar in der Türkei investieren zu wollen: Mit Blick nach Washington preist Erdogan da gern seine wahren Freunde.

Schlagzeilen der Nacht

• ISS: Kosmonauten montieren Icarus-Antenne

• Genua: Nothilfe für Opfer des Brückeneinsturzes

• Sicherheitsfreigabe: Ex-CIA-Chef Brennan wirft Trump Machtmissbrauch vor

• Dulig (SPD): Mehr Bundesbehörden nach Ostdeutschland

• Verfall des Peso: Zentralbank in Argentinien greift ein

• Taliban kündigen Sicherheitsgarantie für Rotes Kreuz

• EU: Umfrage zur Zeitumstellung läuft aus

• UEFA-Supercup: Atletico schlägt Real

Mensch der Nacht

John Brennan

US-Präsident Donald Trump hat mit dem ehemaligen CIA-Chef John Brennan einem seiner wortgewaltigsten Kritiker einen Denkzettel verpasst. Das Weiße Haus entzog dem ehemaligen Geheimdienstchef die Sicherheitsgenehmigung - er ist damit in Zukunft von geheimen Informationen abgeschnitten. Brennan selbst reagierte trotzig. Dies sei Teil einer breiter angelegten Bemühung, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu beschneiden, schrieb er auf Twitter.

Zahl der Nacht

45

Ein libysches Gericht hat 45 Menschen zum Tode verurteilt. Ihnen wurde zur Last gelegt, im August 2011 in der Hauptstadt Tripolis mit scharfer Munition auf Menschen geschossen zu haben, die gegen den damaligen Machthaber Muammar al-Gaddafi protestiert hatten. 54 Angeklagte seien zu Haftstrafen von fünf Jahren verurteilt und 22 weitere freigesprochen worden, teilte das libysche Justizministerium gestern mit.

Zitat der Nacht

"Abgelehnten Asylbewerbern den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern, lehne ich ab. Das könnte dazu führen, Deutschland attraktiver für illegale Zuwanderung zu machen."

(Die CSU weist den Vorstoß des Kieler Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zurück, bestimmten abgelehnten Asylbewerbern eine Bleibeperspektive zu eröffnen. Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der «Süddeutschen Zeitung».)

Top-Themen des Tages

Nach Brückeneinsturz Notstand erklärt - Ursache weiter unklar

Nach dem Brückeneinsturz von Genua mit rund 40 Toten geht die Suche nach der Ursache weiter. Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat in der Stadt den Notstand für zwölf Monate ausgerufen. Die Regierung stellt fünf Millionen Euro Nothilfe zur Verfügung. Während eines Unwetters war der 40 Meter hohe Polcevera-Viadukt am Dienstag auf 100 Meter Länge eingestürzt.

Krise zwischen Türkei und den USA schwelt weiter

Im Konflikt mit den USA hat die Türkei nun als Revanche Einfuhrzölle auf zahlreiche US-Produkte erhöht. Das Land reagiert also direkt auf Strafzölle der USA. Die USA wollen trotz der Gegenmaßnahmen an ihrem harten Kurs festhalten. Vizepräsident Mike Pence erklärte, er und Trump würden nicht lockerlassen, bis der in der Türkei in Hausarrest sitzende US-Pastor Andrew Brunson bei seiner Familie in den USA sei.

Bundeskanzlerin besucht Sachsen - Gespräch in Maschinenbaufirma

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht Sachsen - ein für sie schwieriges Bundesland, in dem sie in der Vergangenheit auf Protest gestoßen ist. Mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wird sie (14.45 Uhr) das Maschinenbauunternehmen Trumpf in Neukirch (Landkreis Bautzen) besuchen und sich Fragen der Mitarbeiter stellen. Die AfD sowie die fremden- und islamfeindliche Pegida-Bewegung haben in Dresden Proteste angekündigt.

EU-Umfrage zur Zeitumstellung endet

Europäer haben noch bis heute Abend (23.00 Uhr) Zeit, an einer EU-weiten Umfrage zum Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit teilzunehmen. Dann läuft die Online-Umfrage der EU-Kommission zur Zeitumstellung aus, die auf riesiges Interesse gestoßen war. Unter anderem werden die Teilnehmer gefragt, ob sie für eine Abschaffung sind. Die EU-Kommission prüft die umstrittene Zeitumstellung.

RB Leipzig in Europa-League-Rückspiel ohne Stürmer Werner

Fußball-Bundesligist RB Leipzig geht mit einem dezimierten Kader ins Qualifikations-Rückspiel der Europa League (18.30 Uhr) bei Universitatea Craiova. Neben Stürmer Timo Werner fehlen unter anderem auch Stammkeeper Peter Gulacsi, Dayot Upamecano und Konrad Laimer. Leipzig hatte das Hinspiel vor einer Woche mit 3:1 gewonnen.

Außerdem interessant

• Zum 30. Jahrestag des Gladbecker Geiseldramas werden Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet (CDU) und Bremens Regierungschef Sieling (SPD) (16.30 Uhr) das Grab der damals getöteten Silke Bischoff besuchen.

• In Hannover beginnt (11.00 Uhr) der Zivilprozess um Schmerzensgeld nach einer Säure-Attacke auf Vanessa Münstermann. Die 29-Jährige verklagt ihren Ex-Freund, der wegen des Angriffs im Februar 2016 eine zwölfjährige Haftstrafe absitzt.

• Hauptversammlung des Tennis-Weltverbandes ITF in Orlando (USA) zu einer möglichen Reform des Davis Cups (15.00 Uhr).

• Nach dem mutmaßlichen Anschlag von London laufen die Ermittlungen gegen den Mann weiter, der möglicherweise mit Absicht ein Auto in die Absperrungen vor dem Parlament in London gefahren hat.

• In Berlin stellt (10.30 Uhr) das Aktionsbündnis Patientensicherheit und der Verband der Ersatzkassen ein Weißbuch zur Patientensicherheit vor.

• In Cloppenburg und Emden beendet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) seine «Netzausbaureise», um sich vor Ort ein Bild vom Ausbau neuer Stromnetze zu machen.

Blick zurück

Heute vor ...

• 10 Jahren gewinnt der Sprinter Usain Bolt mit einem Weltrekord als erster Jamaikaner den 100-Meter-Lauf bei den Olympischen Spielen.

• 25 Jahren nimmt das Bundesamt für Naturschutz in Bonn seine Arbeit auf.

• 30 Jahren beginnt mit einem Banküberfall in Gladbeck ein spektakuläres Geiseldrama mit Verfolgungsjagd, das ungewöhnlich nah von den Medien begleitet wird. Nach zwei Tagen setzt die Polizei dem Geschehen ein gewaltsames Ende. Zwei Geiseln und ein Polizist sterben.

Geburtstag haben heute

• Wolfgang Tillmans (50), deutscher Künstler und Fotograf, erhielt 2000 als erster Nicht-Brite und Fotograf den renommierten Turner-Preis

• Angela Bassett (60), amerikanische Schauspielerin («Emergency Room»)

• Madonna (60), amerikanische Popsängerin («Like a Virgin») und Schauspielerin («Evita»)