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Nie mehr wieder abstruse, bedrohliche Terrorbotschaften per Video: Osama Bin Laden, Chef der islamistischen Terrorgruppe Al-Kaida, ist von US-Soldaten getötet worden - rund ein Jahrzehnt nach den Anschlägen auf das World-Trade-Center in New York. © dpa
US-Amerikaner feiern auf der Straße den Tod von Osama Bin Laden. © dpa
Mit einem Kopfschuss soll Osama Bin Laden, Chef der islamistischen Terrorgruppe Al-Kaida, getötet worden sein. Die US-Amerikaner feiern die Aktion einer Eliteeinheit auf den Straßen. © dpa
Die US-Amerikaner feiern den Tod des Al-Kaida-Chefs Osama Bin Laden. © dpa
US-Präsident Obama (rechts) verkündete, dass US-Soldaten den Chef der islamistischen Terrorgruppe Al-Kaida, Osma Bin Laden (links) in Pakistan getötet haben. © dpa
02.05.2011

Osama Bin Laden getötet - Experten befürchten Vergeltung

Washington/Islamabad (dpa) - Amerikas Staatsfeind Nummer Eins ist tot: US-Elite-Kräfte töteten Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in Pakistan - knapp zehn Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York vom 11. September 2001. US-Präsident Barack Obama verkündete in Washington den Tod des meistgesuchten Terroristen der Welt. Der Kampf gegen Terrorismus sei aber nicht beendet. Experten rechnen mit Vergeltungsschlägen.

Bildergalerie: US-Amerikaner feiern den Tod von Osama Bin Laden - Teil 1

Nach Angaben des US-Präsidenten hat eine Spezialeinheit Bin Laden bei einem Schusswechsel getötet. Nach Informationen des US-Nachrichtensenders CNN starb der 54-Jährige durch einen Kopfschuss. Seit 2007 war ein Kopfgeld von bis zu 25 Millionen Dollar auf Bin Laden ausgesetzt.

Bildergalerie: US-Amerikaner feiern den Tod von Osama Bin Laden - Teil 2

„Der Gerechtigkeit ist Genüge getan“, sagte Obama in der Nacht zum Montag in einer Fernsehansprache. Er betonte: „Bin Laden war kein muslimischer Führer, er war ein Massenmörder von Muslimen.“

Bildergalerie: Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden ist tot

Bin Laden gilt als der Kopf hinter den schlimmsten Terroranschlägen, unter anderem am 11. September 2001. Fast 3000 Menschen waren damals getötet worden, als Bin-Laden-Gefolgsleute Flugzeuge in die Türme des World-Trade-Centers gesteuert hatten. Zudem soll er Drahtzieher der Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) gewesen sein.

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Nach einem Bericht des Senders CNN unter Berufung auf US-Regierungskreise wurde Bin Laden bereits im Meer bestattet. Ein amerikanischer Beamter hatte vor Journalisten erklärt, es werde sichergestellt, dass der Umgang mit der Leiche „im Einklang mit islamischen Praktiken und islamischer Tradition“ stehe. Das sei „etwas, dass wir sehr ernst nehmen, und deshalb wird das in einer angemessenen Weise gehandhabt“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte erleichtert auf den Tod Bin Ladens, wie Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin sagte. Dem US-Militär sei ein entscheidender Schlag gegen Al-Kaida gelungen. Besiegt sei der internationale Terrorismus damit aber noch nicht. „Wir alle werden wachsam bleiben müssen.“

„Sehr hohe Wachsamkeit“ kündigte auch Italiens Außenminister Franco Frattini an. Alle Geheimdienstbehörden seien dabei, Verbindungen Al-Kaidas zu Terrorzellen in Europa zu überprüfen. Es gehe darum, wie sich die Nachricht vom Tod Bin Ladens auswirken könnte. Von Terrorismus-Alarm könne man aber noch nicht sprechen.

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, rechnet mit terroristischen Vergeltungsschlägen gegen die USA und Pakistan. Der Tod Bin Ladens bedeute in keinem Fall, „dass wir jetzt aufatmen können und davon ausgehen können, dass der Spuk (...) vorbei (ist)“, sagte der ehemalige deutsche Botschafter in Washington im Deutschlandradio Kultur.

Nach Obamas Angaben wurde der Top-Terrorist bei Abbottabad gestellt, rund 100 Kilometer nördlich von Islamabad. Der pakistanische Geheimdienst ISI teilte mit, Bin Laden sei in der Nacht bei einer gemeinsamen Operation mit den US-Kräften getötet worden. Auch einer der Söhne Bin Ladens sei ums Leben gekommen. Die drei Ehefrauen des Top-Terroristen, sechs weitere Bin-Laden-Söhne sowie vier enge Mitstreiter wurden den Angaben zufolge festgenommen.

Wie aus pakistanischen Sicherheitskreisen weiter verlautete, begann die Operation kurz nach Mitternacht (Ortszeit, deutsche Zeit kurz nach 21.00 Uhr am Sonntagabend) und dauerte vier Stunden. Bin Laden sei zwischen 01.30 und 02.00 Uhr Ortszeit am frühen Montag getötet worden. Der Einsatz sei von US-Kräften geführt worden. Pakistanische Einheiten hätten die Aktion unterstützt, sagte ein Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte.

Obama erhielt nach eigenen Angaben im August 2010 erste Hinweise auf den Unterschlupf Bin Ladens. In der vergangenen Woche habe er ausreichend Informationen gehabt und sich entschlossen zu handeln. Der Präsident betonte, mit dem Tod Bin Ladens sei der Kampf gegen den Terrorismus nicht zu Ende. Er bekräftigte, dass sich die Amerikaner nicht im Krieg mit dem Islam befänden.

Die USA versetzten ihre diplomatischen Vertretungen rund um den Globus in höchste Alarmbereitschaft. Zudem rief die US-Regierung ihre Bürger in aller Welt zur Wachsamkeit auf.

Schon bevor Obama im Weißen Haus vor die Kameras trat, um den Tod offiziell zu bestätigen, hatten sich mehrere Tausend Menschen vor dem Zaun des Weißen Hause versammelt. Sie jubelten: „USA, USA“ und „Wir haben ihn, wir haben ihn“ oder „Am Ende gibt es doch Gerechtigkeit“.

Auch viele Schiiten in der arabischen Welt sind erleichtert über den Tod des Al-Kaida-Anführers. „Fahr' zur Hölle“ und „Die Menschheit wurde von einem der schlimmsten Mörder befreit“, lauteten Kommentare auf der Website der von Schiiten betriebenen irakischen Nachrichtenagentur „burathanews“.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu gratulierte den Vereinigten Staaten zum Tod Bin Ladens. „Das ist ein Sieg, ein überwältigender Sieg für die Gerechtigkeit, für die Freiheit, für die Werte aller demokratischen Nationen, die entschlossen und Seite an Seite gegen den Terrorismus kämpfen“, sagte er.

Obamas Vorgänger, der Republikaner George W. Bush, gratulierte dem Präsidenten bereits in der Nacht. Bush, der das Land während der Terroranschläge vom 11. September regiert hatte, sprach von einer „bedeutenden Errungenschaft“. „Der Kampf gegen den Terror geht weiter, aber heute Nacht hat Amerika eine unmissverständliche Nachricht ausgesandt“, so Bush in seiner Erklärung. „Ganz gleich, wie lange es dauert, der Gerechtigkeit wird Genüge getan.“

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