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Silvio Berlusconi war lange das Gesicht Italiens. Jetzt feiert die Mehrheit der Italiener seinen Abschied von der großen politischen Bühne.
Silvio Berlusconi war lange das Gesicht Italiens. Jetzt feiert die Mehrheit der Italiener seinen Abschied von der großen politischen Bühne. © dpa
Silvio Berlusconi ist Samstagnacht zurückgetreten.
Silvio Berlusconi ist Samstagnacht zurückgetreten. © DPA
13.11.2011

Rücktritt: Silvio Berlusconi macht Versprechen wahr

ROM. Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist am Samstagabend zurückgetreten. Das teilte das Amt von Staatspräsident Giorgio Napolitano in Rom mit. Berlusconi hatte Napolitano nach einer letzten Kabinettssitzung seiner Mitte-Rechts-Regierung am Abend aufgesucht, um seinen Rücktritt einzureichen.

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Zuvor hatte das Abgeordnetenhaus einem von Brüssel verlangten Reformpaket zugestimmt. Dies hatte Berlusconi zur Bedingung für seinen angekündigten Rücktritt gemacht.

Als Nachfolger ist der ehemalige EU-Kommissar Mario Monti im Gespräch. Der Rücktritt wird in Italien als Ende einer Ära gewertet. 17 Jahre lang bestimmte der heute 75-jährige Medienmogul politisch das Geschehen in seinem Land.

Vor dem Präsidentenpalast Quirinale feierten Berlusconi-Gegner seinen Rücktritt. Hunderte Italiener auch aus anderen Teilen des Landes waren zusammengekommen, über sms und Facebook mobilisiert, wie italienische Medien berichteten. Zur Musik der italienischen Nationalhymne und Georg Friedrich Händels «Halleluja» zelebrierten sie den «12. November - Tag der Befreiung».

«Tritt ab, geh nach Hause», lauteten Sprechchöre gegen Berlusconi, als dieser das Abgeordnetenhaus durch den Hintereingang verließ. Rufe wie «Hau ab, Mafioso» hatten den umstrittenen Ministerpräsidenten bei seiner Abfahrt aus seiner Villa Grazioli auf dem Weg zum Quirinalspalast begleitet. Ein Sturm der Entrüstung «Hanswurst, Hanswurst» empfing ihn, als er - schwer eskortiert - dort eintraf. dpa