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Der Oscar-Preisträger Sean Connery wird am Donnerstag für die Abspaltung Schottlands abstimmen. Er sei überzeugt, dass die Gelegenheit für die Unabhängigkeit zu gut ist, um sie zu verpassen, sagte der Schauspieler kürzlich.
Sean Connery © dpa
15.09.2014

Schottland stimmt über die Unabhängigkeit ab - Was denken die Promis?

In ein paar Tagen stimmen die Schotten über ihre Zukunft ab: Bleiben sie ein Teil Großbritanniens oder machen sie sich unabhängig? Das Land ist tief gespalten - und die britischen Promis auch. Was denken Sean Connery, Tilda Swinton und Joanne K. Rowling?

Umfrage

Am Donnerstag hat Schottland die Wahl: Sollten sich die Schotten von Großbritannien abspalten?

Ja 61%
Nein 31%
Weiß nicht 8%
Stimmen gesamt 183

Sean Connery ist ein Ja-Sager - jedenfalls wenn es um die Frage geht, ob sein Heimatland Schottland sich aus dem Vereinigten Königreich lösen soll. Viele berühmte Schotten und Engländer haben sich in den vergangenen Wochen in die Debatte eingemischt - einig sind sie sich nicht.

Für die Unabhängigkeit sprechen sich zum Beispiel diese vier aus:

SEAN CONNERY (84): Der Oscar-Preisträger ist wohl der prominenteste Unterstützer der Nationalbewegung. Er sei überzeugt, dass die Gelegenheit für die Unabhängigkeit zu gut ist, um sie zu verpassen, sagte der Schauspieler kürzlich. Der Ex-James-Bond-Darsteller lebt auf den Bahamas. BRIAN COX (68): Der Schauspieler («Braveheart») wurde im schottischen Dundee geboren. Seine Botschaft an seine Landsleute: «Besiegt eure Angst und tut es. Unser Land braucht uns, und wir brauchen unser Land».

ALAN CUMMING (49): Der «The Good Wife»-Darsteller aus Aberfeldy sagt: «Ich glaube, dass Unabhängigkeit das Beste für Schottland ist.» Es sei für ihn der Inbegriff für Hoffnung, Optimismus und eine positive Einstellung.

PETER MULLAN (54): Dass Schottland eigenständig sein müsste, sei für ihn schon immer klar gewesen, sagt der Schauspieler («Trainspotting», «My Name is Joe»): «Es war einfach wie ein Instinkt. Es ist wie atmen.»

Diese Promis warben für den Erhalt der Union mit England, Wales und Nordirland:

JOANNE K. ROWLING (49): Die Harry-Potter-Autorin hat eine Million Pfund an die «No»-Kampagne gespendet. Rowling ist in England geboren, lebt aber seit vielen Jahren in Schottland.

SIR ALEX FERGUSON (72): Die Fußball-Trainerlegende aus Schottland ist Fan des Vereinigten Königreichs. Angeblich wollte Premierminister Cameron ihn sogar für einen Großbritannien-Werbespot gewinnen.

EMMA THOMPSON (55): Die Oscar-Preisträgerin und Tochter einer Schottin sagte: «Warum sollte man unbedingt eine neue Grenze ziehen wollen zwischen Menschen in einer Welt, die immer kleiner wird, in der wir immer noch Schwierigkeiten haben, miteinander zu leben?»

SUSAN BOYLE (53): Die schottische Sängerin («Britain's Got Talent») nennt sich eine «stolze, patriotische Schottin» - trotzdem ist sie gegen die Abspaltung.

PAUL McCARTNEY (72): Nein zur Trennung sagt auch der Ex-Beatle. Gemeinsam mit vielen anderen Prominenten hat er einen offenen Brief unterzeichnet, der die Schotten zum Bleiben überreden soll. Mit dabei: Rolling Stones-Frontmann MICK JAGGER (71), Oscar-Preisträgerin JUDI DENCH (79), Sänger CLIFF RICHARD (73) und Physiker STEPHEN HAWKING (72).

DAVID BOWIE (67): Der Sänger ließ bei den Brit Awards im Februar über Model Kate Moss (40) ausrichten: «Schottland, bleibe bei uns.»

BOB GELDOF (62): «Ein billiger politischer Trick» sind die Versprechen der Schottischen Nationalpartei in den Augen von Musiker Bob Geldof. England und Schottland hätten die Moderne Welt erfunden, sagte der Ire, Nationalismus sei ein «gefährliches politisches Tier».

Und was wollen diese beiden? Nicht alle Stars haben eindeutig Stellung bezogen.

TILDA SWINTON (53): Die Oscar-Preisträgerin lebt in Schottland und macht keinen Hehl aus ihrer Liebe zu diesem Land: «Für mich ist Schottland bereits ein unabhängiges Land. Und das schon seit langer Zeit. England war nie unabhängig von uns.» Nur, was heißt das?

ANDY MURRAY (27): Der Tennisstar will im Falle einer Trennung zukünftig für Schottland spielen. Zuvor hatte er aber erklärt, dass er sich unwohl gefühlt habe, als ein schottischer Politiker bei seinem Wimbledonsieg die Flagge seines Heimatlandes schwenkte.