nach oben
Von Mainz nach Pforzheim angereist: Der rheinland-pfälzische FDP-Landesvorsitzende Volker Wissing (Vierter von links), zu seiner rechten flankiert von den Pforzheimer Parteikollegen Hans-Ulrich Rülke, Janis Wiskandt und Erik Schweickert (von links), im Gespräch mit PZ-Verleger Thomas Satinsky (Dritter von links) und den PZ-Redakteuren Petra Joos und Lothar Neff. Foto: Meyer
Von Mainz nach Pforzheim angereist: Der rheinland-pfälzische FDP-Landesvorsitzende Volker Wissing (Vierter von links), zu seiner rechten flankiert von den Pforzheimer Parteikollegen Hans-Ulrich Rülke, Janis Wiskandt und Erik Schweickert (von links), im Gespräch mit PZ-Verleger Thomas Satinsky (Dritter von links) und den PZ-Redakteuren Petra Joos und Lothar Neff. Foto: Meyer
09.08.2017

Volker Wissing (FDP) im PZ-Interview: „Wir gehören keiner anderen Partei“

Pforzheim. Am Redaktionstisch der „Pforzheimer Zeitung“ sitzt ein Mann, der das neue Image, dass sich die Liberalen gegeben haben, in Reinform verkörpert. Vorbei sind die Zeiten des lautstarken Polterns gegen den politischen Gegner, vorbei die Zeiten des großspurigen Anspruchs auf 18 Prozent der Wählerstimmen, den man sich auch schon mal auf die Schuhsohlen drucken ließ. Volker Wissing (47), Wirtschafts-, Verkehrs- und Agrarminister in Rheinland-Pfalz, ist ein Mann der bedachten und bescheidenen Töne. Seriosität und Sachlichkeit sind die Attribute, die sich die FDP in den vier Jahren außerparlamentarischen Opponierens auf die Fahnen geschrieben hat, um am 24. September den Wiedereinzug in den Bundestag zu schaffen. Wissing lebt dieses neue Selbstbild der FDP im Gespräch mit der PZ.

PZ: Herr Wissing, dieser Wahlkampf dürfte einer der schönsten für Sie und Ihre Partei sein: Je nach Institut liegt die FDP bei bis zu neun Prozent Zustimmung in der Bevölkerung. Das ist fast doppelt so viel wie 2013, als die Liberalen mit 4,8 Prozent aus dem Bundestag flogen.

Volker Wissing: Die Ausgangsposition ist optimal. Wir sind aber dennoch nicht im Höhenflug mit Adrenalinüberschüssen unterwegs, weil wir uns in der FDP auf eine neue Sachlichkeit verständigt haben. Die leben wir auch im Wahlkampf.

PZ: Was beinhaltet diese neue Sachlichkeit der FDP?

Wissing: Parteichef Christian Lindner hat das mal mit dem Wort Demut beschrieben. Wir diskutieren die gegenwärtige politische Lage sehr ernst in dem Bewusstsein, dass Politik ein schwieriges Geschäft ist. Die Dinge sind sehr stark im Fluss: Wahlergebnisse sind weniger voraussehbar, als das bisher der Fall war. Wir haben das in Frankreich erlebt, als ein Präsident, dessen Partei quasi noch gar nicht existent war, eine Wahl gewinnt und sogar noch eine absolute Mehrheit im Parlament holt. Das sind Ereignisse, die politisch außergewöhnlich sind. Und deshalb sollte man nicht glauben, dass wir uns im Sessel in den Bundestag tragen lassen können, nur weil uns Umfragen jetzt eine sehr gute Ausgangsposition bescheinigen. Das wollen wir auch nicht. Wir wollen einen seriösen, soliden Wahlkampf machen.

PZ: In Rheinland-Pfalz arbeiten Sie in einer Ampel mit den Grünen unter der Führung der SPD. Ist dieses Modell reif für den Bund?

Wissing: Das hängt davon ab, auf was man sich letztendlich verständigen kann. Für die Grünen zum Beispiel ist auf Bundesebene eine Erhöhung der Erbschafts- und der Vermögensteuer sowie eine stärkere Substanzbesteuerung nach Aussage ihres Vorsitzenden Anton Hofreiter unverzichtbar. Das ist aber mit der FDP unvereinbar, das würden wir nie mittragen. Deshalb kämpft jetzt auch jeder für sich und am Ende muss der Wähler entscheiden, welche Konstellationen möglich sind. Dann müssen die Parteien ausloten, ob sie sich auf ein Programm verständigen können, das tragbar ist.

Das ganze Interview lesen Sie als PZ-news-Plus-Abonnent auf der Plus-Artikel-Übersichtsseite. oder am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.