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Nora Hahn (links) und Christiana Greb stricken und häkeln besonders aufwendige Muster.
Nora Hahn (links) und Christiana Greb stricken und häkeln besonders aufwendige Muster.
07.10.2016

Heimatstark: Masche um Masche zum Ziel

Stricken ist ein Handwerk, Hobby, Zeitvertreib. „Heimatstark“ hat sich bei den „Flinken Maschen“ in Conweiler umgehört und erkannt, dass Stricken eine vielseitige Möglichkeit ist, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.

Stricken ist nur etwas für Omis? Im Jahr 2016 schon lange nicht mehr. Das Handarbeiten, so auch Stricken, Häkeln, Sticken oder Weben ist in den letzten Jahren sehr im Kommen. Auch junge Leute interessieren sich für diese Art, Wolle und feines Garn zu verarbeiten. Ob Pullover, Hosen, Jacken, Socken oder Schals, beim Stricken sind den kreativen Köpfen keine Grenzen gesetzt. Eigene Muster können ebenfalls entworfen und umgesetzt werden.

Nora Hahn von der Handarbeitsinitiative „Flinke Masche“ aus Straubenhardt hat das Stricken selbst schon von ihrer Mutter gelernt und dies auch an ihre Tochter weitergegeben. Schon die Kleinsten lernen in der Grundschule den Umgang mit Wolle, zum Beispiel beim Häkeln. So wird das Handarbeiten aufrecht erhalten. Auch das Interesse, welches direkt von den Kindern und Jugendlichen ausgeht, ist gewachsen. „Ich glaube, es interessieren sich jetzt wieder mehr Menschen für das Stricken, da das Angebot an Garnen heute sehr attraktiv ist“, erklärt die 51-Jährige. Um ihre Strickleidenschaft zu teilen, hat sich Hahn zunächst mit nur vier anderen Frauen zusammengetan und 2012 einen „Handarbeitstreff“ gegründet. Bei fünf Teilnehmern blieb es aber nicht lange. Die inzwischen fünfzehn Frauen treffen sich jeden zweiten Freitag von 16.30 bis 19 Uhr in der Villa Kling in Conweiler. Nicht nur stricken kann man dort, auch häkeln, weben, spinnen, Nadel binden, Hand nähen oder quilten, solange man sein eigenes Material mitbringt, ist alles erlaubt.

Auf der Website www.ravelry.com können Strickbegeisterte ihre Kunstwerke online in einer Art Fotoalbum dokumentieren. Andere Nutzer der Website können dann in den Fotoalben der angemeldeten Nutzer stöbern und sich über die Fortschritte und eventuelle Probleme austauschen. Das Programm funktioniert nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. „So können wir Kontakte knüpfen, und uns auch mit ausländischen Künstlern austauschen,“ erklärt die ausgebildete Handweberin.

Bei sogenannten „knit alongs“ (englisch für: „zusammen/gemeinsam Stricken“) haben alle Teilnehmer dieselbe Strickanleitung und dasselbe Material. In der Gruppe können sich dann alle austauschen, wie weit sie gerade sind, die Endergebnisse vergleichen und über etwaige Probleme in der Anleitung diskutieren. „So ein Stricktreffen geht bei uns sowieso nicht ohne Gespräche und Kuchen. Interessierte sind bei uns zu jeder Zeit willkommen,“ sagt Hahn. Einmal im Jahr organisiert die Gruppe „Flinke Masche“ ein Wollfest. In diesem Jahr hat es schon zum dritten Mal im Haus der Familie stattgefunden. Das Angebot der Aussteller hat sich in den letzten drei Jahren stets vergrößert. Mittlerweile kommen diese aus ganz Deutschland und verkaufen Wolle, Garne und weitere Utensilien zum Stricken. Auch verschiedene Workshops werden an diesem Tag angeboten, man kann dort viel über Strickmethoden lernen, aber auch ober das Verwerten von alten Plastiktüten in eine neue Tragetasche.

Mit selbst gemachten Leckereien, einem Kuchenbuffet sowie herzhafter Kürbissuppe, verwöhnen die „Flinken Maschen“ die Besucher. Als besondere Gäste waren beim diesjährigen Wollfest zwei Alpakas anwesend. Aus deren Wolle kann man ebenfalls stricken. Die tierischen Besucher waren auch ein Höhepunkt für kleine und große Wollfreunde.

Letztes Jahr konnten 1000 Euro vom Erlös des Wollfestes an das Haus der Familie gespendet werden. Alle Beteiligten hoffen, dass eine solche Spende auch 2016 wieder möglich ist.