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Zwei Männer, aber nur einer ist Chef: Unser Bild zeigt Kater „Spikey“ und seinen „Dosenöffner“ Mario Ludwig, der im PZ-Forum über sein Alltag mit Katzen berichtet. Foto: Elisa Reznicek
Zwei Männer, aber nur einer ist Chef: Unser Bild zeigt Kater „Spikey“ und seinen „Dosenöffner“ Mario Ludwig, der im PZ-Forum über sein Alltag mit Katzen berichtet. Foto: Elisa Reznicek
Lecker Katzengras: Den umsorgten Ludwig-Katzen fehlt es an nichts.
Lecker Katzengras: Den umsorgten Ludwig-Katzen fehlt es an nichts.
15.02.2019

Kurioses, Persönliches, Erstaunliches: "Katzen"-Abend mit Mario Ludwig im PZ-Forum

Mario Ludwig ist als promovierter Biologe ein nüchterner Wissenschaftler. Und doch schafft er es nicht, sich der Autorität seiner Katzen zu entziehen. Über diese oft kuriose Abhängigkeit referiert er im PZ-Forum. 

„Ich habe die ideale Katze gefunden! Sie sieht sehr gepflegt aus und hat gute Manieren.“ Mit dieser freudigen Botschaft beginnt für Mario Ludwig und seine Frau ein neues Leben – sie werden Katzenbesitzer und damit auch zu zweibeinigen Dosenöffnern. Am kommenden Mittwoch, 20. Februar, 19 Uhr liest Mario Ludwig im PZ-Forum aus seinem jüngsten Katzenbuch. Dazu berichtet der Biologe über Kurioses aus der Welt der Stubentiger.

PZ: Herr Ludwig, wie viele Katzenvideos haben Sie heute online auf Youtube, WhatsApp, Facebook oder sonst irgendwo gesehen?

Mario Ludwig: Heute ausnahmsweise mal keine, aber ansonsten schaue ich solche Videos regelmäßig. Natürlich nur rein aus beruflichen Gründen. Meine Lieblingsvideos sind die wunderbaren Cartoons von „Simon´s Cat“. Da finde ich, wie wahrscheinlich Millionen andere auch, meine Katzen 1:1 wieder.

PZ: Was sind das für Menschen, die sich Katzenvideos senden und diese mit nie endender Begeisterung auf dem Handy anschauen?

Mario Ludwig: Das sind Menschen mit einem guten Geschmack, die alle dem Motto des großen Johann Wolfgang von Goethe folgen: „Ein Leben ohne Katze ist möglich, aber sinnlos“. Für mich ist beispielsweise ein Haus ohne Katzen ein leeres Haus. Gut, natürlich ein leeres Haus ohne tote Mäuse, zerkratzte Möbel oder dreckige Pfotenabdrücke auf der frisch gereinigten Bettwäsche.

PZ: Wie müsste so ein Video aussehen, damit es einer Katze gefallen würde?

Mario Ludwig: So ein Video müsste, glaube ich, drei Dinge enthalten: Erstens ganz viele Mäuse, die durchs Bild huschen. Zweitens einen prall gefüllten Fressnapf mit erlesenem Trockenfutter. Und drittens sollte das Video mit Musik von Vivaldi untermalt sein. Katzen lieben klassische Musik. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

PZ: In deutschen Haushalten gibt es deutlich mehr Katzen als Hunde. Weil sie im Unterhalt günstiger sind? Weil man mit ihnen nicht Gassi gehen muss?

Mario Ludwig: Da gibt es ganz klar wesentlich emotionalere Gründe. Das ist ja das Geheimnis von Katzen. Auf der einen Seite sind sie stolz und unnahbar, auf der anderen Seite zärtlich und verschmust. Sie sind freiheitsliebend und doch anhänglich. Und dann ist da noch diese einmalige Eigenschaft, dass sie sich von „ihrem“ Menschen keineswegs erziehen lassen, sondern, ganz im Gegenteil, „ihren Dosenöffner“ schon nach wenigen Wochen locker um den Finger wickeln. Und der solchermaßen auf subtile Art domestizierte nützliche Idiot genießt das auch noch.

PZ: Wer hat denn bei Ihnen daheim mehr Schmusezeit mit den zwei Katzen?

Mario Ludwig: Eindeutig ich. Es gibt nichts Schöneres, als abends auf dem Sofa zu liegen und eine schnurrende Katze zu kraulen. Na ja, fast nichts Schöneres.

PZ: Sind Sie manchmal eifersüchtig auf Ihre Katzen?

Mario Ludwig: Ich nicht, aber meine Frau. Meine Katze Pünktchen ist ganz klar auf mich geprägt und liebt mich heiß und innig. Meine Frau dagegen wird von ihr eher so als eine Art Lieferdienst im Sinne von „Essen auf Rädern“ betrachtet. Da sind Eifersüchteleien und Konflikte vorprogrammiert.

PZ: Sie sind es als Biologe gewohnt, Tiere ganz nüchtern mit dem sachlichen Blick des Wissenschaftlers zu betrachten. Konnte deshalb Ihre Frau Katharina damals die erste gemeinsame Familienkatze farblich passend zum Teppichboden aussuchen?

Mario Ludwig: Das war vor fast 20 Jahren. Und weder meine Frau noch ich hatten damals eine Ahnung von Katzen. In Sachen Stubentiger waren wir völlig naiv. Und wir suchten beide in diversen Tierheimen nach der idealen Katze. Und da kam meine Frau mit der überaus frohen Botschaft nach Hause: „Beim Katzenschutzverein habe ich die ideale Katze gefunden. Sie sieht sehr gepflegt aus und hat gute Manieren. Außerdem passt sie farblich einfach super zu unserem Teppichboden“. Und damit trat unsere neue Mitbewohnerin „Pünktchen“ in unser Leben und hat es dann sofort auf den Kopf gestellt.

PZ: Haben Sie die Haustierwahl schon einmal bereut?

Mario Ludwig: Nur einmal ganz kurz. Als „Spikey“ das nigelnagelneue und sündhaft teure neue Designersofa – sagen wir es mal etwas freundlicher – ausgiebig mit seinen Krallen „markiert“ hat.

PZ: In Ihrem jüngsten Katzenbuch schildern Sie Ihre Erlebnisse mit Ihren Schmusetigern und ergänzen diese mit allerlei wissenswerten Fakten. Was erleben die Zuhörer am 20. Februar bei ihrer Lesung im PZ-Forum?

Mario Ludwig: Jede Menge unterhaltsame Geschichten über meine Katzen und ihren Dosenöffner. Und vor allem, wie die Miezen diesen armen Menschen ständig manipulieren und um die Kralle wickeln. Ich will da jetzt noch nicht so viel verraten, aber ich bin sicher, Katzenfans oder alle, die es werden wollen, können voll auf ihre Kosten kommen.

PZ: Wenn Ihre Frau jetzt auf den Hund käme, weil der besser zu ihren neuen Wohnideen passen würde, wäre dann eine Ehekrise oder ein neues Buch fällig?

Mario Ludwig: Das ist ganz einfach zu beantworten: Weder meine Frau noch ich haben das Sagen, wenn es um einen neuen Mitbewohner geht. Das bestimmen die Katzen. Beide mögen Hunde nicht sonderlich. Und ein Hund, der sich womöglich auf einen ihrer gefühlt 200 Lieblingsplätzchen setzt, geht erst recht nicht. Niemals. Beide Katzen würden sowohl uns als auch den armen Hund dermaßen terrorisieren, dass wir sehr bald mit den Nerven am Ende wären.

Mario Ludwig wurde 1957 als Sohn eines Biologieprofessors in Heidelberg geboren. Er studierte dort Biologie und Sportwissenschaften und arbeitete am Zoologischen Institut der Universität Heidelberg. 1993 begann seine Karriere als Sachbuchautor. Ludwig ist häufig Gast in TV-Talkshows und wird auch als Dozent und Vortragsredner gefragt. Seit 1998 lebt er in Karlsruhe.

Das Buch

Die Fülle an Skurrilem und Aufregendem in der animalischen Welt hat Biologe Mario Ludwig in über 20 Büchern stets mit viel Humor dargestellt. Das kennt man auch aus seinen Kolumnen im Magazin der PZ. Mit seinem Buch „Genial gebaut“ landete er auf der Spiegel-Bestsellerliste. In seinem jüngsten Werk „Mein Leben als Dosenöffner“ erzählt Ludwig aus seinem Alltag als Katzenbesitzer. Wissenschaftliche Erkenntnisse ergänzen die 36 amüsanten Kurzgeschichten. Mario Ludwig, „Mein Leben als Dosenöffner“, Verlag wbg Theiss, Darmstadt, 2018, 176 Seiten mit 19 Zeichnungen von Monika Steidl, 18 Euro

Katzengeschichten im PZ-Forum

„Ich habe die ideale Katze gefunden! Sie sieht sehr gepflegt aus und hat gute Manieren.“ Mit dieser freudigen Botschaft beginnt für Mario Ludwig und seine Frau ein neues Leben – sie werden Katzenbesitzer und damit auch zu zweibeinigen Dosenöffnern. Am kommenden Mittwoch, 20. Februar, 19 Uhr liest Mario Ludwig im PZ-Forum aus seinem jüngsten Katzenbuch. Dazu berichtet der Biologe über Kurioses aus der Welt der Stubentiger. Eintrittskarten gibt es online unter www.pz-forum.de oder telefonisch unter (0 72 31) 933-125.