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Sandgrundeln wollen gute Väter statt halbstarker Kerle. Foto: Yuriy Kvach

Kolumne "Ludwigs Tierleben": Warum manche Frauen nicht auf Machos stehen

Im Tierreich sind es ja eigentlich immer die hochrangigen Männchen, die sogenannten Alpha-Männchen, die die Nase vorne haben. Sie dürfen zuerst fressen und nehmen sich selbstverständlich die besten Stücke.

Auch in Sachen Sex sind dominante Männer im Vorteil. Im Tierreich herrscht ja bekanntlich in den meisten Fällen Damenwahl und da greifen Weibchen gezielt zu jenen Männchen, von denen sie glauben, dass sie die besten Gene haben. Das sind im Regelfall die großen, starken und prächtigen Kerle. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Es gibt nämlich auch einige wenige Tierarten, bei denen die Weibchen nicht per se auf Machos stehen. Dieses Verhalten findet man beispielsweise bei den Weibchen der sogenannten Atlantik-Kärpflinge. Sie sind rund zehn Zentimeter groß und leben im Brackwasser der Küsten Mexikos und Guatemalas. Hat ein Weibchen die Wahl zwischen zwei Bewerbern, entscheidet es sich für das größere, das stattlichere Männchen. Nicht aber, wenn es zuvor einen Kampf zwischen zwei Rivalen beobachtet hat. Dann entscheidet es sich, das haben Frankfurter Wissenschaftler in Laboruntersuchungen herausgefunden, für den Verlierer. Aber warum? Weil die Siegermännchen echte Sexrüpel sind. Nach dem Kampf erweisen sie sich dank kräftiger Hormonausschüttung als ziemlich aggressiv sowie sexlüstern und halten die Weibchen nicht nur ständig vom Fressen ab, sondern verletzen sie auch noch oft beim Sex.

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