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Zecken saugen nicht nur das Blut ihrer Opfer aus, sondern sie übertragen auch Krankheiten. Symbolbild dpa

Saison der Zeckenbisse: Wie man eine Infektion mit Borrelien erkennt

Freiburg/Berlin. Steigen die Temperaturen über sieben Grad, ist es wieder so weit: Zeckenzeit! Immer lauert dann auch die Gefahr, an der Infektionskrankheit Lyme-Borreliose zu erkranken. Das Tückische: Den Stich oder Biss selbst bemerkt nur ein Drittel der Betroffenen.

Grund zur Panik gibt es aber nicht, sagt Dieter Hassler, Facharzt für Allgemeinmedizin und Infektiologe aus dem Kraichtal. „Eine Zecke muss etwa 12 bis 24 Stunden saugen, bis das Risiko einer Infektion mit Borrelien steigt.“ Erst dann gelangten die Bakterien in die Wunde. „Wer tatsächlich infiziert ist, sieht das häufig an der Haut.“ Frühestens nach acht Tagen, aber spätestens nach vier Wochen bilde sich die Wanderröte – ein roter Fleck um die Stichstelle. Dieter Hassler betont aber: „Die Wanderröte ist zwar ein charakteristisches Merkmal, aber tritt nicht bei allen Betroffenen auf.“ Weitere Symptome seien Schweißausbrüche, Grippegefühl, Fieber, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen. „Wer solche Anzeichen nach einem Zeckenstich bemerkt, sollte zum Arzt gehen.“ Denn früh erkannt, sei Borreliose leicht zu behandeln. „Betroffene bekommen ein Antibiotikum, und damit ist die Sache in der Regel schnell ausgestanden.“ Schwieriger wird es, wenn eine Infektion zunächst unentdeckt bleibt. „Betroffene vermuten dann häufig selbst, an Borreliose zu leiden und gehen mit Symptomen wie Müdigkeit, Nachtschweiß, Muskel- und Gelenkschmerzen zum Arzt“, sagt Tomas Jelinek, Medizinischer Direktor des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin. Allein daraus lasse sich aber keine Borreliose ableiten. „Ein langfristiger Verlauf ist schwer eindeutig zu diagnostizieren.“

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