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Angelika Puritscher überreicht Joachim Kurz zum Jubiläum die Urkunde des Deutschen Chorverbandes. Foto: Fux
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Singen mit Können und Begeisterung: der Männergesangverein „Freundschaft“ Wimsheim. Foto: Fux

100 Jahre MGV Freundschaft Wimsheim: Wünsche für wohlklingende Zukunft

Wimsheim. Mit einem gelungenen Festbankett und einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Programm, gestaltet von Gastgebern und Gästen, feierte der Männergesangverein „Freundschaft“ Wimsheim am Freitagabend in der gut besuchten Hagenschießhalle sein 100-jähriges Bestehen und wurde mit Bravo-Rufen, Zugabeforderungen und teilweise mit stehenden Ovationen gefeiert.

Dies war sicherlich ein Verdienst des humorvollen Vorsitzenden Joachim Kurz, der augenzwinkernd durch den Abend führte, und des Ehrendirigenten Fritz Kappenstein. Der Chorleiter sorgte für ein schwungvolles und breit gefächertes Repertoire, das vom Volkslied „Bajazzo“ über Elvis Presleys „Can’t help falling in love“ bis zu Titeln von Udo Jürgens und Peter Maffay reichte. Kappenstein hatte nach einer plötzlichen Vakanz in der Chorleitung – er war in Wimsheim schon einmal über 25 Jahre Dirigent – die Chorleitung übernommen und führt nun den Männerchor bis zu seinem Konzert im November übergangsweise weiter.

„Es ist mittlerweile eher eine Rarität, dass ein reiner Männerchor in diesem Jahrhundert ein 100-jähriges Bestehen feiern kann“, betonte Angelika Puritscher, Präsidentin des Kepler-Chorverbandes. Die Welt im Chorleben sei bunter geworden und diese Farben sollten auch in die Welt der Männerchöre gebracht werden, so die Präsidentin, die dem MGV-Vorsitzenden die Urkunde des Deutschen Chorverbandes überreichte. „Wir mögen unsere Frauen, aber nicht auf der Bühne“, frotzelte Kurz.

Bürgersinn und Heimatliebe

FDP-Landtagsabgeordneter Erik Schweickert hob hervor, dass das Wort Freundschaft im Vereinsnamen auch für Bürgersinn, Heimatliebe, Miteinander von Jung und Alt, kulturelles und gesellschaftliches Engagement stehe, das landespolitisch unterstützt werde. „Eine wohlklingende Zukunft wünschte der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz und ermunterte: „Es gibt keine Kinder, die nicht gerne singen würden.“

„Der MGV Wimsheim ist aus der Vereinslandschaft nicht wegzudenken und geht auch immer wieder neue Wege“, unterstrich Wimsheims Bürgermeister Mario Weisbrich. „Hoffentlich findet das Stichwort Nachwuchs Gehör in Gottes Gehörgang“, wünschte sich Joachim Kurz und verwies auf Zeiten, in denen, wer zweimal in den Proben fehlte, drei Monate als Sänger aussetzten musste. So ist es in der Chronik von 1936 zu lesen.

Herwig Muthsam, Präsident des Wimsheimer Lions Clubs, der für die Vereine sprach, kristallisierte anhand einer witzigen Umfrage unter den Vereinen heraus, was diese mit dem MGV verbinden. Der Patenchor, der Liederkranz Friolzheim unter der Leitung von Marina Hartmann bewies als gemischter Chor und mit der weiblichen Chorgruppe „Sing’n Swing“, dass auch Frauenstimmen auf der Bühne zu Hause sind.

Für musikalischen Genuss sorgte das Akkordeonorchester Wimsheim unter Maic Widmann. Gesangliche Leckerbissen präsentierte das schwäbische A-cappella Boy-Quartett „Harmoniacs“ mit tollen Stimmen, Charme und bissigem Witz.

Am Samstagabend sorgten die original Südtiroler Spitzbuam beim Jubiläums- und Gaudiabend in der Hagenschießhalle für Stimmung.