nach oben
24.05.2011

110.000 Euro aus der Firmenkasse genommen

ENZKREIS. Bei dieser Untreue kam richtig viel zusammen. Ein 34-jähriger heute in München lebender Mann soll bei einer Bauträgerfirma im südwestlichen Enzkreis Geld vom Firmenkonto genommen, dreimal Urkunden gefälscht, eine falsche eidesstattliche Versicherung und eine Falschaussage gemacht haben. Seit Dienstag muss er sich dafür vor dem Amtsgericht Pforzheim verantworten.

Der Angeklagte war von 2005 bis 2009 angestellt und hatte nach dem Rückzug des Vorstandes der Aktiengesellschaft (AG) aus dem aktiven Geschäft zwei Jahre lang das Unternehmen geführt. „Als faktischer Geschäftsführer“, so Staatsanwalt Peter Stadler, habe der Mann über die Firmenkonten verfügt. Ende 2009 musste die AG Insolvenz anmelden. Dem vorbestraften Angeklagten, der vor dem Schöffengericht schweigt, wirft die Staatsanwaltschaft vor, über 110 000 Euro an privaten Ausgaben aus der Firmenkasse beglichen zu haben. So soll er rund 10 000 Euro für die eigene Hochzeit samt Catering, Blumen und Fotoalben ebenso vom Firmenkonto finanziert haben wie die Kosten für Mietautos und Urlaubsreisen. Sein Gehalt habe er eigenständig erhöht. 35 000 Euro habe der Angeklagte genommen, um sich zum Hubschrauberpiloten auszubilden. Von alldem will der Vorstand nichts gewusst haben. „Ich habe ihm blind vertraut“, so der Schweizer, dem Verteidigerin Katja Günther vorwarf, die Kontrollpflicht vernachlässigt zu haben. Der Prozess geht weiter: Am Donnerstag, 26. Mai, um 9 Uhr wird Richter Karl-Michael Walz das Verfahren mit weiteren Zeugenvernehmungen fortsetzen. mb