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26.02.2010

13 Unfalltote im Trend, aber Biker-Unfälle nehmen zu

CALW. Die Polizeidirektion Calw lag 2009 mit ihren Unfallzahlen in wesentlichen Bereichen im landesweit rückläufigen Trend. Die 13 Unfalltoten 2009 bedeuten eine tödlich verunglückte Person weniger als 2008. Bei der Risikogruppe der jungen Fahrer und bei den Motorrad-Fahrern haben sich die Zahlen hingegen verschlechtert.

Bei den 13 tödlich verunglückten Personen handelt es sich um sieben Fahrer eines Personenwagens sowie um einen Mitfahrer, um drei Motorrad-Fahrer, um den Fahrer eines Sattelzuges sowie um einen Fußgänger. Dabei sorgte der klassische Disco-Unfall, der sich am 3. Mai nach Mitternacht auf der Bundesstraße 463 zwischen Calw und dem Ortsteil Kentheim ereignete, für besonders viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.

Ein alkoholisierter 16-Jähriger fuhr ohne Führerschein mit einem mit sieben jungen Menschen besetztem Fiat Punto mit überhöhter Geschwindigkeit von der Calwer Innenstadt in Richtung Kentheim. Der Wagen geriet ins Schleudern und landete auf dem Dach in der Nagold. Der 18-jährige Beifahrer starb nach acht Tagen an den Folgen seiner schweren Verletzungen, der Fahrer ist bis zum heutigen Tag auf pflegerische Hilfe angewiesen.

Mit 112 Schwerverletzten waren 2009 neun Schwerverletzte weniger zu verzeichnen, die Zahl bei den Leichtverletzten stieg aber um 17 auf 437.

Die Verkehrsunfälle verteilten sich gleichmäßig über den gesamten Landkreis. Den größten Brocken stellten mit 1.260 die Kleinstunfälle, die mit einem sogenannten Aufnahmeblatt bearbeitet und mit einem Verwarnungsgeld bis 35 Euro belegt werden können. In diesem Segment waren im Vergleich zum Jahr 2008 genau 33 Unfälle weniger zu aufzunehmen.

Die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren, stieg um 23 auf 79. Das bedeutet eine Zunahme um mehr als 40 Prozent. Auch aus diesem Grund soll 2010 ein besonderes Augenmerk auf das Verkehrsverhalten der Zweirad-Fahrer gelegt werden. Bei einem Biker-Gottesdienst am 16. Mai 2010 an der Lederstraße in Calw will die Polizei in einem ganz anderen Rahmen den persönlichen Kontakt zu Motorrad-Fahrern suchen.

Bei Verkehrsunfällen, die unter Alkohol- und/oder Drogeneinwirkung verursacht wurden, war der Rückgang mit 14,6 Prozent von 82 auf 70 Unfällen auffällig hoch. Bei diesen 70 Unfällen zählte die Polizei einen Toten, 11 Schwer- und 28 Leichtverletzte. Der dabei entstandene Gesamtschaden wird mit mehr als 450.000 Euro angegeben.

Auffällig hoch war auch der Promillegehalt einer Auto-Fahrerin, die am hellen Nachmittag kurz nach drei Uhr bei Wildberg mit mehr als drei Promille im Blut kontrolliert wurde. Natürlich wurde bei ihr die Entnahme einer Blutprobe angeordnet. Es wird nicht nur ein schwerer, sondern auch ein teurer Weg, bis die Frau jemals wieder einen eigenen Führerschein in den Händen halten kann.

176 Verkehrsteilnehmer wurden von der Polizei bei sogenannten folgenlosen Alkoholfahrten erwischt. 67 Auto-Fahrer standen unter Drogeneinfluss. Dabei handelt es sich grundsätzlich um jüngere Verkehrsteilnehmer.

Im vergangenen Jahr wurden bei der Polizei 567 Unfallfluchten zur Anzeige gebracht. Dabei handelte es sich nicht nur um kleine Bagatellschäden. Es wurden auch 29 Personen leicht und gar zwei Personen bei diesen Unfallfluchten schwer verletzt. Die Polizei schätzt den dabei entstandenen Schaden auf mehr als 750.000 Euro. In 206 Fällen, das entspricht annähernd 37 Prozent aller Fluchten, konnten die Verantwortlichen durch die polizeilichen Ermittlungen zur Verantwortung gezogen werden.

Dabei gilt die Aussage, je schwerwiegender die Unfallfolgen sind, umso größer sind die Aufklärungsaussichten der Polizei. In mindestens 18 dieser Unfallfluchten spielte Alkohol zumindest eine Mit-Ursache des unerlaubten Entfernens von der Unfallstelle.

Die Risikogruppe der jungen Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren macht im Landkreis einen Bevölkerungsanteil von 8,4 Prozent aus. Dieser Personenkreis war an 405 Verkehrsunfällen beteiligt und hat davon 252 selbst verursacht. Die Folgen fielen überproportional schlecht aus. Drei junge Menschen verloren ihr Leben auf den Straßen des Landkreises, 34 wurden schwer- und 136 Personen leicht verletzt. In 20 Fällen war Alkohol im Spiel, der Unfallschaden wird auf mehr als 1,5 Millionen Euro geschätzt.