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Der Zoll hat 15 Millionen Zigaretten beschlagnahmt.
Der Zoll hat 15 Millionen Zigaretten beschlagnahmt.
11.05.2011

15 Millionen Zigaretten im Enzkreis beschlagnahmt

ENZKREIS. Stuttgarter Zollfahnder haben zwei Zigarettenschmugglern aus dem Enzkreis das Handwerk gelegt. Die beiden sollen gemeinsam mit weiteren Personen in mindestens drei Fällen insgesamt knapp 15 Millionen Zigaretten unversteuert in die EU geschmuggelt haben. Der Steuerschaden liegt bei zwei Millionen Euro. Bereits Ende 2007 und Mitte 2009 waren in Italien zwei LKW mit über 40.000 Stangen Schmuggelzigaretten beschlagnahmt worden.

„Die damaligen internationalen Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart ergaben erste Hinweise darauf, dass der Hintermann ein Spediteur aus dem Raum Ludwigsburg sein könnte“, so Silke Jakobi, Pressesprecherin des Zollfahndungsamts Stuttgart. Ende 2009 kam es bei Kiefersfelden zu einer weiteren Sicherstellung von über 30.000 Stangen Zigaretten der Marke „Jin Ling“. Beamte des Hauptzollamts Bad Reichenhall hatten die Schmuggelware in einem Miet-LKW unter einer Tarnladung Kiwi entdeckt. „Auch hier stellten sich Verbindungen zu dem verdächtigen Speditionsinhaber heraus“, so Jakobi weiter. Die Zollfahnder legen dem 44-jährigen Spediteur aus dem Enzkreis die Beteiligung an allen drei Schmuggelfahrten zur Last. Sein 43-jähriger Cousin soll ihn hierbei unterstützt haben. Das Amtsgericht Stuttgart erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft im März dieses Jahres Haftbefehl gegen den 44-Jährigen. Dieser befindet sich inzwischen wieder auf freiem Fuß. Der beschuldigte Cousin hält sich derzeit im Ausland auf. Die beiden erwartet nun eine Anklage wegen banden- und gewerbsmäßiger Steuerhehlerei. Ihnen drohen bis zu zehn Jahren Freiheitsentzug. Weitere Mittäter wurden im Ausland bereits zu Bewährungsstrafen und Geldstrafen in Millionenhöhe verurteilt. Die Schmuggelzigaretten waren für den deutschen und englischen Markt bestimmt. Sie werden nach rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens vernichtet. pm