nach oben
Mit vielen Eindrücken ist die Gymnasiastin Ellen Slatosch aus Straubenhardt von ihrem zehnmonatigen Schüleraustausch in Ohio zurückgekehrt. Mitgebracht hat sie neben ihrem Freunde-Buch auch ein Fotoalbum mit Bildern von ihrer Gastfamilie und ihrem Schulsportteam „The Panthers“. Foto: Molnar
Mit vielen Eindrücken ist die Gymnasiastin Ellen Slatosch aus Straubenhardt von ihrem zehnmonatigen Schüleraustausch in Ohio zurückgekehrt. Mitgebracht hat sie neben ihrem Freunde-Buch auch ein Fotoalbum mit Bildern von ihrer Gastfamilie und ihrem Schulsportteam „The Panthers“. Foto: Molnar
14.08.2017

16-Jährige über die USA: „Die Schule ist wie ein großes Team“

Straubenhardt. Ellen Slatosch aus Straubenhardt war zehn Monate in den USA. 16-Jährige lebte in Trump-Region und hatte viel Sport in der Schule.

Ellen Slatosch hat sich einen Traum verwirklicht: Sie ging für zehn Monate nach Ohio, besuchte die elfte Klasse einer Highschool und lebte in einer fünfköpfigen Gastfamilie. „Mich interessierte die andere Kultur und die neue Art, zu leben“, erzählt die 16-Jährige aus Straubenhardt. Bereuen tut sie den Schritt nicht, lernte sie doch einen komplett anderen Alltag kennen – mit viel Sport und Spürhunden in der Schule.

Einige Vorurteile warf sie in den USA über Bord, die Menschen seien nicht so oberflächlich, wie sie dachte. Auch, dass Alkohol in ihrer Clique kein Thema war, habe sie genossen. Die Erwartung vom Essen bestätigte sich dagegen. Die Schülerin des Gymnasiums Neuenbürg lernte neue Freunde kennen – und ihr Zuhause wieder wertschätzen. Was ist in der Schule anders als hier?

Für Schüler spielt sich dort fast das ganze Leben ab. Der Tag geht von 8 bis 17 Uhr, teils auch bis 22 Uhr. Nach dem Unterricht wird täglich trainiert, hinzu kommen zwei Wettkämpfe in der Woche. „Sport ist extrem wichtig“, erzählt Ellen. Wer gut ist, bekommt eine Art Stipendium. Das Schuljahr ist in drei Semester eingeteilt – mit je einer Sportart. Die Straubenhardterin machte Leichtathletik und Langstreckenlauf. „Das hat mich am Anfang körperlich fertig gemacht“, sagt die Athletin. Jede Schule habe eine Farbe und ein Maskottchen, sie war bei den schwarzgoldenen „Panthers“. Zusammenhalt und Disziplin sind großgeschrieben: „Die Schule ist wie ein großes Team und deutlich strenger“, so die damals 15-Jährige.

Für einen WC-Gang braucht man eine Unterschrift vom Lehrer, wer flüstert, wird angebrüllt. Der Stundenplan ist jeden Tag gleich, die Fächer sind selbst zu wählen. Die Drei-Minuten-Pausen reichen kaum, um die Zimmer zu wechseln. Ferien gibt es nur über Weihnachten und im Sommer. Zudem sind regelmäßig Polizisten mit Spürhunden in der Schule, um nach Drogen und Illegalem zu suchen.

Welche Meinungen gab es über Trump und Merkel?

Im Bundesstaat Ohio mit überwiegend Trump-Anhängern wurde die Austauschschülerin oft nach ihrer Meinung gefragt. Offen gab sie an, dass sie Trump als oberflächlich einschätze und seine „America first“-Offensive ablehne. Manche stimmten ihr zu, manche nicht. „Man musste vorsichtig sein“, so die 16-Jährige. Die Trump-Wähler meinten, dass er gute Vorstellungen habe und diese entsprechend umsetzen könne. Besonders in puncto illegale Einwanderer seien sie kritisch: „Sie verstehen es nicht, warum Deutschland so viele Flüchtlinge hereinlässt“. Die Meinungen waren jedoch geteilt. Allgemein gab es ein großes Interesse an der deutschen Kultur.