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19.10.2012

200.000 Euro Schaden nach Großbrand in Dietenhausen

Keltern-Dietenhausen. Nach dem Großbrand in der Nacht zum Freitag in Dietenhausen laufen im alten Ortskern die Aufräumarbeiten. Gegen 22.15 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, weil eine Scheune in Brand geraten war. Nach Informationen der Polizei ist bei dem Brand ein Schaden in Höhe von 200.000 Euro entstanden. Als Brandursache könnte brennende Asche in Frage kommen.

Bildergalerie: Meterhohe Flammen bei Großbrand in Keltern-Dietenhausen

Beim Eintreffen der Feuerwehr hatten die Flammen bereits auf das angebaute Wohnhaus übergegriffen, auch andere Häuser waren bedroht. „Wir haben uns dann schnell entschieden, die Scheune aufzugeben und erst mal die anderen Häuser vor dem Flammen zu schützen“, sagt Joachim Straub, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Keltern. Dies gelang auch, ein Übergreifen der Flammen auf vier angrenzende Gebäude konnte verhindert werden. Das Wohnhaus ist laut Polizei nicht mehr bewohnbar, derzeit können die Ermittler das Haus wegen Einsturzgefahr nicht betreten. Kelterns Bürgermeister Ulrich Pfeifer sagte gegenüber PZ-news, dass offenbar glühende Asche, die in die Scheune gebracht wurde, dort noch weiter geglüht habe.

Bildergalerie: 130 Rettungskräfte bekämpfen Großbrand in Keltern-Dietenhausen

Die ganze Nacht und den ganzen Morgen hat Straub zusammen mit weiteren Feuerwehrkollegen an der Einsatzstelle verbracht, um Nachlöscharbeiten durchzuführen und Brandwache zu halten. „Heute Morgen kam ein Statiker, gemeinsam mit der Feuerwehr wurden nun Abstützmaßnahmen durchgeführt“, erklärt er.

130 Einsatzkräfte der Feuerwehr aus allen Kelterner Ortsteilen sowie die Wehren aus Birkenfeld, Königsbach, Remchingen, Straubenhardt, Neuenbürg und Pforzheim kämpften in der Nacht gegen das Feuer. Ein großes Problem war die Wasserversorgung, denn nicht nur die Flammen mussten gelöscht, sondern auch die Umgebung nass gehalten werden, um die Ausbreitung des Brandes zu unterbinden. So mussten vier Schlauchleitungen von Dietenhausen über die Straße zwischen Ellmendingen und Nöttingen hinunter zur Pfinz gelegt werden. Alle vier bedrohten Gebäude konnten jedoch gerettet werden. Verletzte hat es nicht gegeben.

Die Polizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Straub, der als Einsatzleiter als erster Mann vor Ort war, ist froh, dass der Einsatz erfolgreich beendet werden konnte. „Ich bin auch erleichtert, dass kein Feuerwehrmann Verletzungen davon getragen hat, was bei einem Einsatz dieser Größenordnung außergewöhnlich ist“, sagt er. „Wir hatten Glück, dass es heute Nacht beinahe Windstill war, denn sonst wäre es sehr schwierig gewesen, die umstehenden Gebäude zu schützen.“ Am Vormittag rückten dann die meisten Fahrzeuge ab, wurden wieder aufgetankt und einsatzbereit gemacht. Straub ist froh, dass die umstehenden Gebäude geschützt werden konnten und dass alle Menschen sich selbst in Sicherheit bringen konnten. „Schon als ich auf der Anfahrt in Richtung Dietenhausen war, habe gesehen, dass der Ortskern durch das Feuer hell erleuchtet ist, und habe die Alarmstufe sofort erhöht“, berichtet er. Dies sei dann schon ein erhöhter Stressfaktor. „Ich war froh, dass mir dann schon Anwohner entgegen kamen, die sich selbst in Sicherheit bringen könnten.“ Ein ähnlich stressiger Einsatz sei lediglich der Häckselplatz-Brand in Dietlingen gewesen, auch wenn der Stressfaktor hier nicht ganz so hoch gewesen sei. „Jetzt muss ich erst mal unter die Dusche, und vielleicht bekomme ich dann auch noch eine Mütze Schlaf“, sagt Straub.