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Eine 30-Jährige starb bei diesem Unfall bei Königsbach.
Unfall © Seibel
02.07.2014

2013 unfallreichstes Jahr, aber Tiefstand bei Todesopfern -2014 schon sechs Verkehrstote

Auf Deutschlands Straßen hat es 2013 so häufig gekracht wie noch nie seit der Wiedervereinigung, gleichzeitig ist die Zahl der Verkehrstoten auf einen historisch niedrigen Stand gesunken. Laut der endgültigen Zählung des Statistischen Bundesamts kamen 3339 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, 7,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Das sei der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebung 1953, erklärte das Bundesamt.

In Pforzheim und dem Enzkreis waren es 2013 neun Verkehrstote, 2012 starben sieben Menschen auf den Straßen im Verbreitungsgebiet der PZ. „Damit liegen wir trotz eines leichten Anstiegs auf einem guten Niveau“, sagt Raphael Fiedler vom Verkehrskommissariat Pforzheim. Zum Vergleich: 2009 waren es zwölf, 2003 noch 19 und 1973 gar 70 Verkehrstote.

Seit Januar steigt die Zahl der tödlich Verunglückten bundesweit allerdings wieder deutlich. In den ersten vier Monaten dieses Jahres starben 941 Menschen auf deutschen Straßen, 10,2 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. „Aggression und Ablenkung im Straßenverkehr nehmen zu und sind ein Grund dafür“, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Eine Studie seines Hauses werde die Hintergründe von aggressivem Verhalten untersuchen. In Pforzheim und dem Enzkreis starb zwischen Januar und April jeweils ein Verkehrsteilnehmer. Im Vergleichszeitraum 2013 waren es jeweils zwei. Allerdings: „Seit Mai diesen Jahres sind bereits weitere vier Menschen im Enzkreis verunglückt“, so Fiedler. Das schöne Wetter spiele dabei sicherlich auch eine Rolle.

Die Polizei nahm im vergangenen Jahr rund 2,4 Millionen Unfälle auf, 0,5 Prozent mehr als 2012. Damit sei 2013 das unfallreichste Jahr seit der deutschen Wiedervereinigung, erklärte das Bundesamt. In Pforzheim und dem Enzkreis nahm die Zahl der Verkehrsunfälle sogar um 1,9 Prozent zu. Hier krachte es in 9183 Fällen. „Es sind mehr Unfälle geworden, allerdings gleichzeitig weniger davon schwer“, bestätigt auch Fiedler. „Dies liegt sicherlich mit an der technischen Ausstattung der Fahrzeuge – diese werden durch Einrichtungen wie Airbags immer sicherer.“

Am gefährlichsten sind bundesweit die Landstraßen außerhalb von Ortschaften: Dort kamen die meisten Verkehrsteilnehmer ums Leben (57,9 Prozent). Auf den Autobahnen waren es 12,8 Prozent. Am häufigsten führten Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- oder Anfahren zu Unfällen mit Toten oder Verletzten, wie das Bundesamt erklärte.Für knapp 16 Prozent der schweren Unfälle waren solche Fehler verantwortlich. Zweithäufigste Ursache seien Vorfahrtsfehler (14,6 Prozent), an dritter Stelle folgt zu schnelles Fahren (13,9 Prozent). Alkohol am Steuer ist laut Statistik die Ursache für 3,8 Prozent der Unfälle mit Toten oder Verletzten.