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17.07.2009

30 Betrüger zocken mit Unfällen über 300.000 Euro ab

CALW. Die Polizeidirektion Calw und die Staatsanwaltschaft Tübingen können einen dicken Schlussstrich unter einen groß angelegten Versicherungsbetrug ziehen. Die Polizei legte 117 Anzeigen vor. Rund 30 Personen im Alter von 18 bis 56 Jahren waren in die vorgetäuschten Verkehrsunfälle verwickelt. Dabei entstand ein Schaden von deutlich über 300.000 Euro für verschiedene Versicherungen.

Schon im Sommer 2007 entstanden beim Polizeirevier Calw erste Verdachtsmomente in Bezug auf Manipulationen bei Unfällen, da eine gewisse Personengruppe immer wieder in Verkehrsunfälle verwickelt war. Erste Ermittlungen führten zu einem konkreten Tatverdacht. Im März 2008 wurde beim Polizeirevier Calw eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Anfang April 2008 wurden in Calw und in einer Gemeinde im Umfeld der Stadt zwei Wohnungen und eine Werkstatt durchsucht und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

Zwei Brüder, ein 28-jähriger und ein 29-jähriger Mann, wurden am Tag der Durchsuchung vorläufig festgenommen. Nachdem der Haupttäter ein Teilgeständnis abgelegt hatte, wurden beide wieder auf freien Fuß gesetzt. Mit dieser Durchsuchung hatte man offensichtlich in ein Wespennest gestochen – am Ende waren 30 Personen in die Betrugsserie verwickelt und ein Schaden von über 300.000 Euro entstanden. Teilweise konnte durch die polizeiliche Ermittlungsgruppe verhindert werden, dass in Einzelfällen Schäden von mehr als 11.000 Euro zur Auszahlung gelangten.

Immer wieder tauchten bei den Ermittlungen dieselben Namen auf. Allein auf den 29-jährigen Haupttäter entfielen 36 Verkehrsunfälle in betrügerischer Absicht. Insgesamt wurden mehr als 90 Verkehrsunfälle von den Ermittlern unter die Lupe genommen. Einige der Beschuldigten waren der Polizei auch schon wegen Drogenkonsum und anderen Betrugsdelikten aufgefallen.

In den zurückliegenden Monaten erfolgten bereits erste Verurteilungen. Dabei wurden auch Haftstrafen verhängt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden.