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19.01.2010

45 Feuerwehrmänner kämpfen mit Scheunenbrand

FRIOLZHEIM. Dicke Rauchwolken hingen in der Nacht von Montag auf Dienstag über Friolzheim. Grund war der Brand in einer Feldscheune nahe Tiefenbronn, der 45 Einsatzkräfte der Feuerwehr mehre Stunden auf Trab hielt. Es entstand ein Schaden in Höhe von rund 180.000 Euro. Vernichtet wurden landwirtschaftliche Maschinen sowie 15 Tonnen Heu. Personen wurden nicht verletzt.

Nach Erkenntnissen der Polizei hat sich das in der Scheune gelagerte Heu selbst entzündet. Das bestätigt auch die kriminaltechnische Untersuchung an den Überresten der ausgebrannten Scheuer am Tiefenbronner Weg in Friolzheim.

Dass Heu von selbst in Flammen aufgeht, ist nichts Ungewöhnliches. Die Polizei erklärt dies als einen biologischen Gärungsprozess in den getrockneten Gräsern. Zur Gärung kam es vermutlich durch Kondenswasser, dass sich wegen der schwankenden Temperaturen in den vergangenen Wochen in der Scheune gebildet habe.

Daraufhin sei in den Heuhaufen sogenanntes Braunheu entstanden. „Dadurch kommt es im komprimierten Heu zu einem Wärmestau. Dabei ist es egal, ob es draußen 0 oder 40 Grad Temperatur hat“, sagt Polizeisprecher Andreas Reuster. Komme das immer wärmer werdende Heu mit Sauerstoff in Berührung, entzünde es sich. So auch im Fall der Friolzheimer Scheune.

Die Tücken des Heus bekamen auch die Einsatzkräfte der Feuerwehren vor Ort zu spüren. „Als wir um kurz vor 23 Uhr eingetroffen sind, stand die Scheune bereits vollständig in Flammen“, sagt Ralph Benzinger, Kommandant der Friolzheimer Feuerwehr, die mit 15 Mann und zwei Fahrzeugen im Einsatz war. Mit Unterstützung von rund 45 Feuerleuten aus Tiefenbronn kämpften sie erst mit vereisten Wasserleitungen, konnten dann aber das große Feuer eindämmen.

„Jedoch hatte sich das Feuer tief in den Heuballen eingenistet und drohte ständig wieder aufzulodern“, sagt Benzinger. So mussten die Feuerwehrleute gewaltig aufpassen, dass sich beim Umschichten des bereits gelöschten Heus nicht neues Feuer ausbreiten konnte. Von 5 Uhr am Dienstagmorgen bis in den frühen Vormittag hielten Benzinger und zwei weitere Einsatzkräfte noch Brandwache.

Jetzt könne nichts mehr auflodern, sagt Benzinger. Wer sich wundert, dass es in Höhe der Scheune noch immer raucht, den kann der Kommandant beruhigen: „Das Feuer ist nun unter Kontrolle. Rauchen wird es allerdings noch in den kommenden zwei Tagen.“ Das sei bei der Größe des Brands normal.

Immerhin ist die Holzverschalung der Scheuer komplett abgebrannt. Nun stehe nur noch das Stahlgerippe der Scheune, so Benzinger. Ein Mähdrescher, ein Bagger, andere Gerätschaften, 70 Gitterboxen mit Holz und rund 15 Tonnen Heu wurden durch durch den Brand völlig zerstört.