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An die Gründung des Wilferdinger Fischervereins können sich Kurt Gundlach (Zweiter von links) und Helmut Bischoff (Dritter von links) noch gut erinnern. Der Vereinsvorsitzende Georg Walch (links) und Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon dankten ihnen für ihr langjähriges Engagement.  zachmann
An die Gründung des Wilferdinger Fischervereins können sich Kurt Gundlach (Zweiter von links) und Helmut Bischoff (Dritter von links) noch gut erinnern. Der Vereinsvorsitzende Georg Walch (links) und Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon dankten ihnen für ihr langjähriges Engagement. zachmann
13.01.2016

50 Jahre „Petri Heil“ - Fischerverein aus Wilferdingen feiert sein Jubiläum.

Ein Donnerstagabend war es, daran können sich Helmut Bischoff und Kurt Gundlach auch 50 Jahre später noch genau erinnern. Ein Donnerstagabend im „Remchinger Hof“, an dem die beiden gemeinsam mit Arthur Appenzeller, Bruno Bischoff, Edgar Wolf, Otto Seitz und Fritz Kern den Wilferdinger Fischerverein aus der Taufe gehoben haben.

Nun konnten die regen Ehrenmitglieder zusammen mit ihren Fischerkameraden, befreundeten Vereinen und Vertretern aller Gemeinderatsfraktionen das 50-jährige Jubiläum feiern.

Nach der Vereinsgründung 1966 hieß es erst einmal warten, bis einer anbeißt: „Der Anfang war bescheiden“, begann der aktuelle Vorsitzende Georg Walch die bewegte Geschichte des Vereins zu erzählen. Sobald aber die damals noch privaten Pächter des Remchinger Seebachs, der Pfinz und des Kämpfelbachs ihre Angelgewässer den Vereinskameraden zur Verfügung gestellt hatten, konnten diese ihre mit Blinker, Würmern oder Mais gespickten Ruten auswerfen. Seit 1986 besteht ein einheitlicher Pachtvertrag für alle Fließgewässer auf der Gemarkung Remchingen.

Groß schreibt der Verein aber nicht nur das Nehmen, sondern auch das Geben. Den Seebach, die „anglerische Keimzelle“ des Vereins, haben die Mitglieder renaturiert, ökologisch aufgewertet und dafür einen Umweltpreis gewonnen: „Seither dient er als Kinderstube für heimische Bachforellen, die dort aus den Eiern schlüpfen, und nach dem Schlüpfen in die Pfinz umgesetzt werden“, erläutert Walch. Viele Schweißtropfen flossen auch bei der Errichtung der geselligen Fischerhütte, des separaten Seebachteiches und des Stockmühlsees samt Flachwasserzone. Damit haben die Fischer nicht nur ihr Angelspektrum um Karpfen, Weißfische und Zander erweitert, sondern auch die Biodiversität mit seltenen Schilfgräsern sowie Insekten erweitert – und mit alledem ein kleines Schmuckstück für Spaziergänger geschaffen. Die jährliche „Bachputzete“ zusammen mit der Jugendfeuerwehr bringt Schwung in die Gemeinde, ebenso das beliebte Fischerfest in der Jahnhalle, verstärkt durch die Fischerfrauen: „Es gehört zu den Höhepunkten der örtlichen Vereinsfeste“, freute sich Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon beim Jubiläumsabend und bedankte sich für den Einsatz zum Wohle der Umwelt.

Gründungsmitgliedern gedankt

Bevor „Die 3 Richtigen“ aus Mühlacker für die musikalische Unterhaltung sorgten, bedankte sich Georg Walch bei Kurt Gundlach und Helmut Bischoff für ihren Einsatz. Die 83-jährigen Gründungsmitglieder, beide Träger der silbernen Ehrennadel des Fischereiverbands, brachten den Verein neben der Verwaltungsarbeit auch mit ihren beruflichen Fähigkeiten voran: Bischoff als Schlosser und Wassermeister der Gemeinde, Gundlach als Fliesenleger, Bauhandwerker und passionierter Gehölzpfleger. Nun steht der Nachwuchs für die nächsten 50 Jahre in den Startlöchern. So gehört zu den 63 Mitgliedern im Alter zwischen 13 und 87 Jahren auch eine rege Jugendgruppe unter Leitung von Harald Brenk

„Beim Fischen in unserer Pfinz und bei ihrer Pflege wird es nie langweilig“, versichert der zweite Vorsitzende Ulrich Roeth. Schon früh hatte ihn sein Vater mit zum Angeln genommen. Jetzt greift er mit seinem Sohn zur Angel: „Mal hat man Abwechslung und Kameradschaft oder kann einfach mal in Ruhe abschalten“, sagt Roeth.